Proletarische Revolution Nr. 48 (November 2011)

PR 48 (November 2011)

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Inhalt PR 48 (November 2011)

Krisen und Klassenkämpfe in EU

Krisen; Krachs und Klassenkämpfe in EU und Eurozone

Krisen beseitigen = Kapitalismus beseitigen!

Griechische Arbeiter/innen an vorderster Front

 

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Politische Gefangene in Philippinen (Symposium-Beitrag)

Kundgebung für politische Gefangene in Philippinen

Friedenunterhändler der FARC-EP Kolumbien in Isolationshaft

Free Mumia!

 

Aufstände in arabischen Ländern und im Iran

und imperialistische Aggressionen

Vorwort zur Broschüre

Referat der Linken iranischen Aktivist/innen (Wien)

Klassencharakter der arabischen Aufstandsbewegung

Stoppt Raubkrieg gegen Libyen! (Kundgebung)

Stoppt die imperialistische Aggression gegen Libyen!

Stoppt den neokolonialen NATO-Krieg gegen Libyen!

Imperialisten sind wirkliche Tiger und Papiertiger

Vom arabischen Frühling zum libyschen Winter

Stoppt den imperialistischen Angriff auf den Iran!

Aktion am Tag X (Militärschlag gegen Iran)

 

Theorie und Praxis der revolutionären kommunistischen Bewegung

Thesen zum imperialistischen Krieg 2011

Kritik der IA*RKP an Positionen von „Maoist Road“

Rechtsopportunistische „neue Synthese“ der RCP,USA

 

Stellungnahmen und Aufrufe

Bürgerliche Demokratie und Faschismus

Kampf dem Antisemitismus

Internationale Kampagne gegen den Krieg gegen die Völker Indiens (ICAWP)

Parallele Entwicklung von Imperialismus und Psychiatrie

Kulturzentrum Amerlinghaus Wien bleibt!

 

KP Indien (Maoistisch): Verstärken wir den Volkskrieg mit dem Ziel, die „Operation Grüne Jagd“ zu besiegen, die ein Krieg gegen das Volk ist!

Aufruf der Zentralen Militärkommission der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch) aus Anlass des 11. Gründungstages der PLGA (Volksbefreiungs-Guerilla-Armee), 20.11.2011

Teures Volk!

Am 2. Dezember wird die PLGA (People`s Liberation Guerilla Army – Volksbefreiungs-Guerilla-Armee) ihren 11. Gründungstag vollenden. Aus diesem Anlass gibt die Zentrale Militärkommission einen Aufruf heraus, den 11. Gründungstag in allen unseren Guerillazonen und Roten Widerstandsgebieten zu begehen, mit dem Ziel die „Operation Grüne Jagd“ (OGH – Operation Green Hunt) der ausbeutenden herrschenden Klassen zu besiegen. In dem laufenden Volkskrieg für die Befreiung der werktätigen Massen in Indien haben annährend 150 der besten Töchter und Söhne der heimatlichen Erde und des einfachen Volkes ihre wertvollen Leben im Zeitraum von Dezember 2010 bis September 2011 gegeben. Lasst uns allen diesen mutigen Kämpferinnen und Kämpfern unsere revolutionäre Ehrerbietung zollen. Lasst uns geloben ihre Ziele zu erfüllen.

Im vergangenen Jahr wurden Hunderte Aktivist/innen von lokalen Massenorganisationen, der revolutionären Volksregierung und andere Menschen verhaftet, aufgrund schwarzer Gesetze angeklagt und in Gefängnisse geworfen. Um die revolutionäre Kulturbewegung zu unterdrücken, wurden Todesstrafen gegen vier Kulturaktivisten aus Jharkhand, auch gegen Jeeten Marandi, ausgesprochen. Es ist notwendig eine starke Volksbewegung aufzubauen, um diesen Todesstrafen entgegenzutreten. Insbesondere wurden am 29. April 2011 drei Mitglieder des Zentralkomitees und im Juli Genosse Bhupeshda sowie viele andere leitende Genossen und Aktivisten vom Feind verhaftet, was einen Teil der Verluste unserer Parteileitung in der schmutzigen Jagd der feindlichen Geheimdienstagenturen darstellt. Der Feind zettelt Komplotte an, um sie in den Gefängnissen dauerhaft einzukerkern. Die Zentrale Militärkommission richtet den Aufruf an das Volk, die Agitation für die Freilassung dieser politischen Gefangenen überall auszuweiten.

Bei den Operationen, die von unserer PLGA-Kräften gegen die faschistische „Operation Grüne Jagd“ überall im Land geführt wurden, wurden 150 Polizeisöldner ausgelöscht, 180 wurden verwundet und rund 60 Waffen wurden von Dezember 2010 bis Oktober 2011 im ganzen Land erbeutet. Darüber hinaus wurden in ununterbrochenen Einzelaktionen der PLGA-Kräfte 170 volksfeindliche Elemente ausgeschaltet. Besonders die Rolle der Volksmilizkräfte ist es Wert in dieser Hinsicht erwähnt zu werden.

Die Zentral- und die Bundesstaaten-Regierungen haben angekündigt, dass die zweite Phase der faschistischen „Operation Grüne Jagd“ im Gang ist. Wie wir alle wissen, wurde dieser ungerechte Krieg („Militäroffensive Grüne Jagd“) Mitte 2009 von der Sonia-Manmohan Singh-Chidambaram Clique gegen das Volk dieses Landes entfesselt; er ist nichts anderes als ein Krieg, um die Kompradoren-Gesellschaften und die multinationalen Konzerne den Reichtum an Bodenschätzen in den Adivasi-Gebieten (der Eingeborenen) plündern zu lassen. Um den „Krieg gegen das Volk“ brutal fortzusetzen, setzt die Regierung unter dem Vorwand einer Übung seit Ende Mai dieses Jahres Armeekräfte in Brigadestärke ein. Tatsächlich haben die Offiziere der Armee die Aufstandsbekämpfungsoperationen der paramilitärischen Kräfte seit sechs Jahren mit dem Ziel des Auslöschens der revolutionären Bewegung geführt, weil diese bewiesen hat, dass sie ein Hindernis für die gemeinschaftliche Plünderung ist. Die Armee führt Spezialtrainings für die Polizei- und paramilitärischen Kräfte in ihren eigens dafür eingerichteten Konterterror-Dschungelkriegsführungs-Schulen durch, wie die in Kanker in Chattisgarh und Ambicapur in Nord-Chhattisgarh. Höhere Armeeoffiziere haben mehrmals Erkundungen auf speziellen Reisen durchgeführt.

Während der Tage als Salwa Judum den Höhepunkt seiner Grausamkeit erreichte, besuchten amerikanische Konsulatsangestellte die Dschungelkriegsführungs-Schule in Kanker und berieten sich mit Raman Singh und höheren Polizeioffizieren in Raipur. Alles das beweist zweifellos, dass all das unter Führung der US-Imperialisten geschieht.

Angriffe auf das Volk, Morde, sexuelle Gräueltaten gegen Frauen, Abreißen von Häusern, Plünderungen, Zerstörung der Ernte und Plünderung von Hühnern, Schweinen und Ziegen wurden zur täglichen Erscheinung bei der faschistischen Militäroffensive „Grüne Jagd“. Die Chintalnar Morde, Gräueltaten und die Plünderung der Häuser, die man dann dem Erdboden gleich machte, das Massaker im Dorf Netai (Lalgarh, PB) durch die CPM mit Hilfe der zentralen und bundesstaatlichen Gemeinsamen Militärkräfte und das Massaker im Dorf Jamgai (Bezirk Gumla, Jharkhand) begangen von PLFI-Schlägern sind lebendige Beispiele hierfür. 99 Prozent der Personen, die von den reaktionären Salwa Judum, Sendra, Nagrik Suraksha Samity, Santi Sangams, den bewaffneten Kräften der Regierung, die verschiedene Arten von Mörderbanden in Bihar und Jharkhand mit einschließt, getötet wurden, sind unbewaffnete Personen. Die bewaffneten Guerillakämpfer, die bei bewaffneten oder simulierten Zusammenstößen sterben, machen nicht mehr als ein Prozent aus. Dies zeigt klar, dass dies ein „Krieg gegen das Volk“ ist.

Die indische Armee stellte Dadakaranya (DK) als Hochburg der maoistischen Guerilla dar, drang in Dadakaranya unter dem Vorwand einer „Übung“ ein und verletzte das Gesetz, das die Landübertragungen verbietet, das PESA-Gesetz und die Gesetze, die alle Macht den Gram Sabhas (Selbstverwaltungsorganen) überträgt. Aber das aktuelle Ziel der Armee ist es, die Adivasi von ihren jahrhundertealten Aufenthaltsorten zu vertreiben, um die älteste menschliche Gemeinschaft und ihre primitive Kultur auszulöschen und die Janatana Sarkars Lebensweise zu ersticken, die vom Adivasi-Volk unter Führung der Maoisten etabliert wurde. Zu diesem Zweck gab die Zentralregierung alle Macht in die Hand der Armee, um das Mehrheitsrecht in den AFSPA-Gremien einzuführen und um all das im Namen der Selbstverteidigung zu machen. Die indische Armee, die dazu bestimmt ist die Grenzen des Landes zu verteidigen, ist jetzt bereit, einen Krieg gegen ihr eigenes Volk im Herzen des Landes zu führen. Alle Adivasi-Gemeinden im ganzen Land müssen jetzt gegen die Verschwörung der indischen herrschenden Klassen, die die Interessen der Imperialisten und multinationalen Konzernen schützen, vorgehen und die Massen für die Gräueltaten und Massaker sensibilisieren, die von der indischen Armee und den paramilitärischen Kräften in Kaschmir und im nationalen Befreiungskampf im Nord-Osten begangen werden. Menschen aus allen Klassen und Sektoren, Demokrat/innen, Patriot/innen und Massenorganisationen müssen fest zu ihrer Unterstützung stehen.

Teures Volk!

Als Folge der ungleichen Entwicklung der imperialistischen Politik der Liberalisierung, Privatisierung und Globalisierung (LPG) zeigen sich die Auswirkung der Weltwirtschaftskrise auch in unserem Land. Wachsende Korruption, Erwerbslosigkeit, Preiserhöhungen, Hunger, Vertreibung und der Verlust der Ländereien, Wälder und dem Wasser, haben die Lebensbedingungen der unterdrückten Arbeiterklasse, Bauern und der Mittelkasse unerträglich gemacht und es gibt hier keinen anderen Ausweg außer der Revolution. Die materiellen Bedingungen für die Revolution reifen heran. Streiks und Mobilisierung in allen Bereichen des Volkes nehmen zu. Ökonomische Kämpfe werden zu politischen Kämpfen. Die politischen Mobilisierungen der rückständigen Adivasi-Bäuer/innen verstärken sich. Kämpfe, wie die in Lalgarh, Kalinganagar, Narayanapatna, Anti-Posco, Niayamagiri, Mali, Deomali, Singareni, Open casts, Polavaram, Sompeta, Kakarapalli, Jaitapur, und Greater Noida, Kämpfe von vertriebenen Menschen verbinden sich mit der städtischen Entwicklung in Jharkhand, den landesweiten Kämpfen gegen Sonderwirtschaftszonen (SEZ), gegen Preiserhöhungen, gegen Korruption, den Kämpfen für die Interessen der Bäuer/innen und Kämpfen der Kastenlosen (Dalits) und der Frauen und zeigen das politische Bewusstsein des Volkes. Die Menschen scharen sich militant um die Frage der Schaffung eines separaten Telangana-Staats. Der nationale Befreiungskampf in Kaschmir entwickelt sich weiter. Um die militanten Kämpfe des Volkes irrezuleiten, drängen die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) unter der Leitung der Imperialisten und solcher Personen wie Anna Hazare darauf, solche Kampfformen wie Hungerstreiks im Namen der Gewaltfreiheit durchzuführen. Die faschistische Unterdrückung der herrschenden Klassen gegen unsere maoistische Partei, die als Leuchtfeuer der unterdrückten Massen, wie der Arbeiter/innenklasse, Bäuer/innen und der Mittelklasse dient, nimmt zu. Die ökonomische und politische Krise verschärft sich überall und gewaltige Massen müssen revolutionären Geist zeigen und die politische Agitation unter der Parole aufnehmen, dass wir bis zum letzten Atemzug kämpfen werden. Wir müssen in hohem Grad für die Tages- und politischen Interessen mobilisieren. Wir müssen erkennen, dass es ohne entschiedene politische Kämpfe nicht möglich ist, die ökonomischen Interessen der unterdrückten Massen zu erfüllen, und wir müssen diese Agitation auf eine höhere Stufe heben mit dem Slogan: „Die politische Macht muss durch den Volkskrieg ergriffen werden“.

Aufruf der Zentralen Militärkommission (CMC):

Teure Arbeiter/innen, Bäuer/innen, Adivasi, werktätige Massen, Frauen, Student/innen, Jugendliche und Intellektuelle! Tausende Menschen, vor allem Adivasi-Bäuer/innen sammeln sich in den Kämpfen mit dem Ziel, den „Krieg gegen das Volk“ (die Operation Grüne Jagd), der von der Zentral- und den Bundesstaaten-Regierungen entfesselt worden ist, zurückzuschlagen.

Alle Klassen und Sektoren des werktätigen Volkes müssen sich in diese Kämpfe einreihen. Dehnt die Unterstützung aktiv aus, um die brutalen Angriffe der Söldnerpolizei zu stoppen, die Hunderte von Adivasi massakriert und die ihr Eigentum, ihre Würde und alles andere, was ihnen lieb ist, plündert wie ein Rudel von Wölfen, die eine Herde Schafe im Namen der Bekämpfung des Terrorismus angreifen. Maoist/innen sind keine Befürworter der Gewalt. In Wirklichkeit würden sie an vorderster Front jener sein, die Frieden wünschen. Glaubt nicht ein Wort der heimtückischen Propaganda, die von den bürgerlichen Medien gegen die Maoist/innen entfesselt wird! Steht fest an der Seite der revolutionären Bewegung! Wenn wir diese Offensive des Feindes nicht bekämpfen, wenn wir die Verschwörung gegen die revolutionäre Bewegung, die maoistische Partei, die PLGA, die alternativen Volksmachtorgane und die Massenorganisationen nicht besiegen, dann werden alle von der revolutionären Bewegung errungenen Früchte vernichtet. Werdet daher aktiv bei der Isolierung und dem Zurückschlagen des Feindes!

Schließt Euch in großer Zahl der PLGA an, vervielfacht ihre Kraft und stärkt sie! Reiht Euch ein in die Flut der in mehreren Gebieten unseres Landes anwachsenden Massenbewegungen unter der Parole: „Land, Macht, Demokratie, Aufbau der Volksarmee und Selbstvertrauen!“ Reicht ihnen die Hände! Steht Schulter an Schulter mit den bewaffneten Widerstandskämpfen der PLGA! Es kann keinen grundlegenden Wandel ohne die komplette Vernichtung der ausbeutenden Klassen geben. Die Reformen, die sie uns als Brotkrumen hinwerfen, sind nutzlos und würden nur das Leben des Volkes weiter zerstören. Schreiten wir vorwärts zu einer alternativen, neuen, demokratischen Gesellschaft, und erklären wir, dass diese Reformen nur Teil der Verschwörung sind, die Einheit des Volkes zu brechen, und dieses zurückschlagen! Kommt! Traut Euch zu kämpfen und der endgültige Sieg gehört dem Volk!

• Entwickeln wir die PLGA zu einer Volksbefreiungsarmee und die Guerilla-Kriegsführung zu einer beweglichen Kriegsführung mit dem Ziel Dandakaranya und Bihar-Jharkhand in befreite Gebieten zu verwandeln!

• Verhindern wir den Einsatz der Armee der indischen herrschenden Klassen zur Auslöschung der maoistischen revolutionären Bewegung!

• Erteilen wir der indischen Söldnerarmee, die die indischen werktätigen Massen beraubt, verfolgt und unterdrückt, eine Lektion und intensivieren wir unseren glorreichen Volkskrieg!

• Lang lebe die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch), CPI (Maoist)!

Mit revolutionären Grüßen,

Deoji

Zentrale Militärkommission der CPI (Maoist)

(von PR überarbeitete Version der deutschen Übersetzung von http://www.bannedthought.net)

Stoppt die imperialistische Aggression gegen den Iran!

Immer wieder drohen höchste Vertreter Israels mit Militärschlägen gegen den Iran.

Die imperia­listi­schen Großmächte reden von „not­wen­digen Maß­nahmen“, denn sie haben sich nicht da­mit abgefunden, dass ihr Einfluss in diesem stra­te­gi­sch und wegen dem Ölreichtum wichtigen Land vor fast drei Jahr­zehnten wesentlich zurück­ge­drängt wur­de.

Damals, 1979, reagierten die Imperialisten gemein­sam und rasch auf den Volksaufstand und ersetzten das USA-gestützte Schah-Regime durch das Kho­meini-Regime. Sie förderten die Errichtung eines dik­tatorischen islamischen Regimes, das mit faschisti­schen Methoden die Interessen des internationalen Monopolkapitals absichert. Um sich zu stabilisieren begann das Regime von Anfang an mit der Unterdrü­ckung der Volkskämpfe und der Verfolgung, Verhaf­tung und Hinrichtung der kommunistischen, revolutio­nären und demokratischen Kräfte, insbesondere der Frauenbewegung. Dieses Regime wird massiv von den EU-Imperialisten unterstützt und sie haben schrittweise ihren ökonomischen Einfluss im Iran ausgebaut. Seither haben die EU-Konzerne glänzen­de Geschäfte mit der Ausplünderung der Arbeiter/in­nenklasse und den Volksmassen im Iran gemacht, wobei vor allem die deutschen und österreichischen Imperialisten in den letzten drei Jahrzehnten massive Hilfe geleistet haben.

Im Rahmen seiner Strategie der „neuen Weltord­nung“ hat der USA-Imperialismus unentwegt ver­sucht, seine Vorherrschaft über Iran und Mittelasien wieder zu erringen, um die neokoloniale Ausplünde­rung zu verstärken. Neben politischem, diplomati­schem und wirtschaftlichem Druck auf den Iran, dien­te auch die militärische Eroberung des Irak und Afghanistan dem Ziel, den Iran in die Zange zu neh­men.

 

Die EU-Imperialisten reagieren auf den zunehmen­den sozialen Widerstand gegen das Regime der Isla­mischen Republik Iran mit Versuchen, den neokolo­nialen Status und den EU-Einfluss abzusichern, in­dem sie versuchen, die massiven Streiks und Protes­te de Arbeiter/innen und Volksmassen entweder zu verschweigen oder sie zugunsten der „gemäßigten“ Teile des Regimes umzuleiten.

Wenn auch heute die meisten EU-Imperialisten noch auf nicht-militärische Mittel der Einflussnahme setzen, bedeutet das keinesfalls, dass sie im Fall eines Angriffs auf den Iran taten­los zuschauen werden. Wie die Beispiele Irak und Afghanistan zeigen, wer­den sie sofort zur Stelle sein, um auch durch militä­ri­sches Eingreifen Teile des Ku­chens zu ergattern und ihren Einfluss gegen den USA-Imperialismus und ge­gen die Volksmassen des Landes abzu­si­chern.

Dagegen betonen wir die Solidarität mit der Arbeiter/­innenklasse und den Volksmassen des Iran in ihrem Kampf gegen die vom Imperialismus abhängige Kompradoren-Bourgeoisie, die Solidarität mit dem revolutionär-demokratischen und kommunistischen Widerstand im Kampf für den Sturz des Regimes der Islamischen Republik Iran mit der Perspektive der Er­richtung einer Volksrepublik Iran.

Wir wenden uns entschieden gegen jede wirtschaft­liche und politische als auch gegen jede militärische Einflussnahme der Imperialisten im Iran und richten uns dabei insbesondere gegen die Machenschaften der eigenen Bourgeoisie des österreichischen Imperi­alismus.

Für den Fall eines unmittelbar bevorstehenden oder erfolgten Militärschlags gegen den Iran rufen wir zu breiten Aktionen gegen den imperialistischen Krieg auf, die sich insbesondere gegen jede Beteiligung der österreichischen und EU-Imperialisten richten.

 

(8.11.2011 – aktualisierte Fassung eines Aufrufs vom 29.6.2007, der damals von 10 revolutionären und kommu­nistischen Organisationen verfasst wurde.)

 

 

Stop the Bomb gegen den Iran!

 

A k t i o n   a m   T a g   X

 

Angesichts eines möglichen Militärschlags der Impe­ria­listen und/oder ihrer Verbündeten gegen den Iran erklären die unterzeichnenden Organisationen und Ein­zelpersonen ihre uneinge­schränkte Ab­lehnung eines solchen Angriffs. Ebenso lehnen wir wirt­schaft­liche Sanktionen gegen den Iran ab. Ein Krieg dient nur den Interessen der kapitalisti­schen Großmächte. Die direkten und indirekten Folgen eines solchen Krie­ges würden vor allem die iranische Zivil­bevöl­ke­rung treffen, großes Leid verursachen und könnten zu­dem das reaktionäre und menschen­verachtende Re­gime der Islamischen Republik Iran stärken.

 

Wie bei allen Kriegen der letzten Jahre wird wieder ein haltloser Vorwand benützt, um eine imperialisti­sche Aggression durchzuführen. Jeder imperialis­ti­sche Krieg der Neuzeit begann mit einer Lüge. Wa­rum soll es beim Iran anders sein?!

 

Deswegen rufen die unterzeichnenden Organisa­tionen und Einzelpersonen für den Fall eines An­griffs auf den Iran zu einer Protest­kundgebung am Tag nach dem Angriff (Tag X) um 16.00 am Stephans­platz auf. Ebenso soll am ersten Samstag nach Kriegsbeginn eine Demonstration stattfinden.

 

(Aufruf der Aktionseinheit „Stop the Bomb gegen den Iran!“, Wien 8.11.2011)

Amerlinghaus muss bleiben! DEMO Di 29.11., 17 Uhr Wien Omofuma-Denkmal

Presseaussendung 5. Nov 2011

Wien: Rot-Grün will Amerlinghaus zusperren

Kulturzentrum Amerlinghaus soll ruiniert werden – Widerstand angekündigt.

Wien. Die rot-grüne Stadtregierung will offenbar das traditionelle alternative Kultur- und Kommunkationszentrum Amerlinghaus ruinieren. Die Gehälter der Angestellten werden nicht mehr bezahlt, in Teilen des Hauses gibt es bereits keinen Strom mehr. Bereits Anfang Sommer konnte eine Räumungsklage nur knapp abgewehrt werden.

Für eine Vielfalt emanzipatorischer, selbstorganisierter Projekte, kritischer Basiskulturarbeit, antirassistischer, interkultureller und sozialer Arbeit ist der drohende Wegfall des Kulturzentrums im Amerlinghaus existenzgefährdend.

Das Amerlinghaus, das seit Jahren vergeblich um die dringend notwendige Wertanpassung der Subvention an die Inflation verhandelt, ist vom jüngsten Vorschlag der Gemeinde Wien existentiell bedroht. Die Stadtregierung schlägt aktuell vor, das Haus in dieser Form aufzulösen und große Teile des Hauses der GESIBA zur gewinnbringenden Verwertung zu übergeben. Um Druck dafür zu erzeugen, werden nun notwendige Gelder zurückgehalten.

Renate Nahar: „Angestellte sitzen nun ohne Gehalt teils in Räumen ohne Licht und ohne Telefon. Ist das rot-grüne Sozialpolitik? Wir fordern sofortige und ernsthafte Verhandlungen von der Gemeinde!“

Über 50 Gruppen, Initiativen und Projekte, die das Haus regelmäßig für vielfältige Aktivitäten nutzen, sowie ein weiter Kreis an punktuellen NutzerInnen, die auf das Kultur- und Kommunkationszentrum als wichtige, oft einzige Ressource angewiesen sind, kündigen entschiedenen Widerstand an. Das Spektrum umfasst dabei politische Organisationen, Kindergruppen, MigrantInnen-Initiativen, einen Roma-Kultur-Verein, Deutschkurse, PensionistInnengruppen, Erwerbsarbeitslosen-Gruppen, Selbsthilfevereine, Kunst- und Kulturprojekte sowie einen Verlag.

Michi Bonvalot kündigt einen heißen Winter an: „Das Amerlinghaus ist ein zentraler Bezugspunkt für sehr viele Menschen in Wien. Der Preis für eine etwaige Räumung des Hauses wird für Rot-Grün sehr hoch werden.“ Michi Bonvalot weiter: „Wir fordern den Erhalt des Hauses, die ausstehenden Zahlungen sowie die Zuschüsse für dringende Sanierungen. Wenn die rot-grüne Stadtregierung denkt, dass sie am teuren Spittelberg ein Stück widerständiges Wien gewinnbringend verkaufen kann, hat sie sich geschnitten.“

Claudia Totschnig: Wir fordern, dass das Zentrum im Amerlinghaus, das über 30 Jahre der Zuführung einer kapitalistischen Verwertung und Kommerzialisierung, von der es umgeben ist, widerstanden hat, nicht nur wegen seiner Geschichte, sondern auch wegen seiner gegenwärtigen Position als interkulturelles, offenes und kritisches Zentrum als Teil der emanzipatorischen Kultur in Wien erhalten wird!

Die Gemeinde-eigene GESIBA musste jüngst auf politischen Wunsch der Stadt Wien Millionenverluste im Shopping-Center Gasometer schlucken. Offenbar sollen nun Teile der Verluste durch eine Verwertung des Amerlinghauses am Wiener Spittelberg aufgefangen werden.

Seit 33 Jahren ist das Kultur- und Kommunikationszentrum im Amerlinghaus eine offene, niederschwellige Einrichtung, in der kritische, nicht kommerzielle Kulturarbeit stattfindet, in der soziale und politische Initiativen, oft auch gemeinsam, arbeiten. In einer Zeit, da immer mehr emanzipatorische Projekte ums Überleben kämpfen und Freiräume durchkapitalisiert werden, ist das Zentrum im Amerlinghaus eine der wenigen Infrastrukturen, in welcher Initiativen und Menschen, die über keine oder kaum eigene Ressourcen verfügen, unbürokratisch Zugang, Unterstützung, Arbeitsraum, Vernetzungsmöglichkeiten sowie Öffentlichkeit für vielfältige Aktivitäten finden.

KRISE BRAUCHT KULTUR! KULTURZENTRUM IM AMERLINGHAUS BLEIBT!

DAS IST EINE PRESSEAUSSENDUNG DES AMERLINGHAUSPLENUMS.

Rückfragehinweis:

Büroöffnungszeiten: werktags Montag 16:00 – 22:00 werktags Di – Fr 14:00 – 22:00; Tel. 01 523 64 75