Leserbrief zu PR 48 – Libyen

LESERBRIEF- Libyen-1mrz12

Liebe GenossInnen,

um es gleich am Anfang klarzustellen, ich halte eure politischen Prinzipien für durchaus richtig und eure Zeitschrift für sehr gut (sie ist die einzige, die ich regelmäßig beziehe, und hat kein Äquivalent in Deutschland) – und ich möchte gerade deswegen meine Kritik an eurer Interpretation der Geschehnisse in Libyen zu Papier bringen.

Mit der grundlegenden Einschätzung zum ´Arabischen Frühling´ bin ich durchaus eurer Meinung. Aber es ist meines Erachtens auch eine Frage der Methode: Eine allgemein richtige Analyse ist in ihrer Allgemeinheit richtig, im konkreten Fall können die Dinge auch ganz anders liegen.

Und Libyen ist anders.

Allgemeine Einschätzungen sind am konkreten Objekt zu überprüfen.

Ich habe mir die Mühe gemacht, nach Informationen über die konkrete Entwicklung in Libyen von den ersten Protesten bis zum NATO-Angriff zu suchen, so weit es mir möglich war. Ich habe keine allgemeine Analyse der Gesellschaft und des Landes angestellt, es geht nur um die Geschehnisse des letzten Jahres bis zum Angriff der Bomber.

Es handelt sich also um das vermeintliche, revoltierende Subjekt in Libyen. Eurer Meinung nach gab es dort eine Massenbewegung gegen den Diktator Ghaddafi und irgendwann sind dann reaktionäre Kräfte auf die Bewegung aufgesprungen und haben sich in ihr durchgesetzt. An dieser Interpretation habe ich meine Zweifel.

Zu Erleichterung der Debatte habe ich die Aussagen im Text als Thesen durchnummeriert.

 

1)

Oppositionelle politische Organisationen

Ägypten und Tunesien haben eine völlig andere Geschichte, eine völlig andere politische Tradition als Libyen.

Ohne ins Detail zu gehen, nur ein Beispiel: Es reicht zu erwähnen, dass bei den Wahlen in Tunesien  – wie ihr ja geschrieben habt – auch die Kommunistische Partei Tunesiens und die Kommunistische Arbeiterpartei Tunesiens Sitze erringen konnten; bei den ägyptischen Wahlen haben etliche linke Parteien kandidiert. Zu den bevorstehenden Wahlen in Libyen werden Parteien noch gesucht, vierzig Jahre lang gab es keine. Bis jetzt gibt es nur die Molembruderschaft – und die ist keine politische Partei.

Vielleicht gibt es Parteien, Organisationen, Zirkel, Revolutionskomitees, oder ähnliches – ich habe allerdings nichts davon entdecken können. Tatsächlich war in der Libyenberichterstattung immer nur von „Rebellen“ die Rede. Auch heute sind nur einige Namen aus dem ´Nationalrat´ bekannt, ihr habt ja darüber geschrieben, nicht aber politische Massenorganisationen und Parteien.

Sicher könnte es auch an der dünnen Berichterstattung liegen, sicher könnte sich auch wie anderswo in den Protesten und in der Revolte ein neues Subjekt gebildet haben, dass noch über keine Form der Organisierung verfügt, auch nicht in Räten, Stadtteilkomitees, usw.

Tatsächlich hat sich aber niemand zu Wort gemeldet. Irgendwelche Videos sind im Internet zu sehen, auch in Libyen sollen die „Rebellen“ über facebook in Verbindung getreten sein – warum meldet sich keine oppositionelle Organisation im Netz?[1]

 

2)

Zwei Phasen?

 

Im Gegensatz zu Ägypten und Tunesien verging kaum Zeit mit Protesten und die militärische Intervention von Frankreich, England und den USA setzte ein.

Eure Vorstellung ist es aber trotzdem, dass es zwei Phasen gegeben hätte: In der ersten Phase vollzog sich eine Massenrebellion der Libyer gegen Ghaddafi, in der zweiten kamen die imperialistischen Mächte, siegten militärisch über Ghaddafi  und setzten ihre Regierung ein, den ´Nationalrat´.

Diese Vorstellung lässt sich anhand des Verlaufs der Ereignisse in Libyen nicht verifizieren.

 

Was geschah denn in der angeblich ersten Phase:

 

 

 

3)

„Erste Phase“

 

Im Februar 2011 gab es in Libyen Proteste gegen Ghaddafi, die Angaben zur Teilnehmerzahl mehrere Kundgebungen sind aber höchst widersprüchlich: einige hundert Teilnehmern, ein paar Tausend, auf jeden Fall nie mehr als mehrere 10.0000. Diese Angaben sind in der Presse fast immer ganz allgemein formuliert worden und daher nicht nachprüfbar (wer hat wo demonstriert, für was und wieviele waren es?).

 

Was an konkreten Informationen zu finden war, ist hier aufgeführt:

 

Am 6. Februar 2011 wurden Abdul Hakim Ghoga, Medhi Kashbur und zwei weiteren Juristen aus Bengasi von Gaddafi in sein Zelt in Tripolis eingeladen. Thema war die Demokratisierung des Landes. Man kam zu keinem Ergebnis. Mehr ist nicht bekannt.

 

Am 15. Februar versammelten sich die ersten Demonstranten nach Aufrufen im Internet angeblich in verschiedenen Städten Libyens unter der Parole „Es gibt keinen Gott außer Allah, Muammar ist ein Feind Allahs.“

Angeführt worden waren die Proteste von Angehörigen der beim Massaker im Abu-Salim-Gefängnis fünfzehn Jahre zuvor Getöteten, nachdem ihr Anwalt Fathi Terbil verhaftet worden war.

Die einzige konkrete Angabe, die dazu zu finden war, entstammt der englischen Zeitung ´Economist´:

„Dem ´Economist´ vom 26.2.11 zufolge kam die Initialzündung durch eine Demonstration in Bengasi am 15. Februar durch ca. 60 Jugendliche.“[2]

 

Die amerikanische Menschenrechtsorganisation ´ Human Rights Watch´ hat sehr viel später am ausführlichsten über diese Tage vor dem 17. Februar berichtet, allerdings ist dieser Verein auch mit Vorsicht zu genießen, er gehört zu den ´NGOs´, die oft ein sehr zweifelhaftes Spiel betreiben.

Auf jeden Fall wird die Angabe von den 60 Demonstranten in Bengasi nicht bestritten – es wird einfach keine Zahl genannt!

 

Human Rights Watch beruft sich im folgenden Text ausschließlich auf eigene Quellen. Übereinstimmend handelte es sich bei den Protestierenden um das Komitee der Angehörigen und Freunde der Opfer einer Gefängnisrevolte, die 1996, also 15 Jahre (!) zuvor, stattgefunden hatte, und der Opfer einer Demonstration vom 17.2.2006, die 6 Jahre zuvor war. Informationen zu diesen beiden Geschehnissen gibt es nicht, es heißt nur, es handelte sich bei der Gefängnisrevolte um einen Aufstand „normaler“, nicht politischer Häftlinge:

 

„(New York, 16. Februar 2011) – Libysche Sicherheitskräfte haben mindestens 14 Personen verhaftet, als im Vorfeld der geplanten friedlichen Demonstrationen am 17. Februar 2011 bereits Proteste stattfanden, so Human Rights Watch. Die libysche Regierung soll umgehend alle Aktivisten, Schriftsteller und Demonstranten freilassen, die nur wegen ihrer Rolle bei der Vorbereitung der Proteste für den 17. Februar festgenommen wurden. Zudem soll allen Libyern das Recht auf friedliche Demonstration gewährt werden.

Am Abend des 15. Februar setzten Regierungstruppen Schlagstöcke und Tränengas ein, um die Protestierenden auseinanderzutreiben, die in Bengasi, Libyens zweitgrößter Stadt, zusammengekommen waren. Dabei wurden sie von Angreifern in zivil unterstützt. 14 Personen wurden nach Angaben des Onlinemagazin Quryna verletzt. Quellen in Libyen teilten Human Rights Watch außerdem mit, dass mindestens eine Person getötet wurde.

(…)

Angesichts der weitverbreiteten Proteste in Tunesien und Ägypten haben libysche Websites dazu aufgerufen, am 17. Februar einen „Tag des Zorns“ auszurufen. Dieser soll im Gedenken an den Jahrestag der 2006 niedergeschlagenen friedlichen Proteste stattfinden, bei denen mindesten zwölf Demonstranten getötet worden waren.

Quellen in Libyen, welche nicht namentlich genannt werden wollen, teilten Human Rights Watch mit, dass die Demonstrationen am 15. Februar anfingen, nachdem die Regierung zwei Schlüsselfiguren festgenommen hatte, die mit den Familien der Opfer des Massakers im Abu Salim Gefängnis von 1996 verbunden waren. Die Gruppe der Opfer hat in den letzten zwei Jahren regelmäßig Proteste organisiert, bei denen sie eine unabhängige Untersuchung der Gefängnismorde sowie eine Strafverfolgung der Verantwortlichen forderte.

Etwa um 15.30 Uhr drangen fünf Sicherheitsbeamte in das Haus des Rechtsanwalts und Sprechers des Komitees, Fathi Terbil, ein, haben ihn verhaftet und seinen Laptop beschlagnahmt. Er berichtete, dass später noch ein weiterer prominenter Sprecher der Gruppe, Farag Sharany, festgenommen wurde. Beide wurden im Hauptquartier der Sicherheitsdienstes in Bengasi festgehalten.

Um neun Uhr abends haben sich zahlreiche Familienmitglieder vor dem Hauptquartier des Sicherheitsdienstes versammelt, um deren Freilassung zu fordern. Bald schlossen sich ihnen einige hundert Menschen an, unter ihnen Schriftsteller und Aktivisten. Gegen 23 Uhr verhafteten Sicherheitskräfte Mohamed al-Sareet, einen Schriftsteller, der für die unabhängige Website Jeel Libya schreibt. Idris al-Mismari, ein Schriftsteller und ehemaliger politischer Gefangener sagte gegenüber Al-Dschasira, dass Sicherheitsbeamte in zivil die Menschenmenge durch den Einsatz von Tränengas, Schlagstöcken und heißem Wasser auseinandergetrieben haben.

(…)

Die Verhaftungen gingen am 16. Februar weiter. Um fünf Uhr morgens während eines Live-Interviews von Al-Dschasira mit al-Mismari brach plötzlich die Telefonverbindung ab. Zeugen berichteten Human Rights Watch, dass Sicherheitskräfte al-Mismari verhaftet haben.

Gegen sieben Uhr morgens wurde Mohamed al-Sahim in seinem Haus von Sicherheitskräften festgenommen. Al-Sahim, der regelmäßig für unabhängige libysche Websites wie Al-Manara schreibt, hatte in der vorhergehenden Nacht an Protesten teilgenommen und Filmmaterial auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Der Film wurde im Internet schnell verbreitet. Sicherheitskräfte gingen auch zum Haus der Brüder Salem und Abu Bakr al-Elwani und verhafteten sie. Beide gehören auch zu den Angehörigen der Abu-Salim-Opfer, die in der vorherigen Nacht an den Protesten teilgenommen hatten. Später am selben Tag haben Sicherheitskräfte in Misrata die Brüder Habib und Mohamed al-Amin verhaftet, deren Bruder Hassan, von London aus, die oppositionelle Webseite Libya Al Mostakbal betreibt.

Nach Informationen von Human Rights Watch haben am 16. Februar Sicherheitskräfte in Tripolis vier ehemalige politische Gefangene festgenommen – die Brüder Farag, Al-Mahdi, Sadek and Ali Hmeid. Die Regierung hat sie im Februar 2007 verhaften lassen, nachdem sie mit zehn anderen Personen eine Online-Petition veröffentlicht hatten, in denen zu friedlichen Protesten am 17. Februar 2007 aufgerufen worden war. Sicherheitskräfte hatten sie einen Tag vor dem 17. Februar 2007 festgenommen und sie verschwanden für einige Monate, bis sie vor das staatliche Sicherheitsgericht in Tripolis gestellt wurden.“[3]

 

Die ´Frankfurter Rundschau´ übernahm exakt diese Angaben:

 

„Nach den Volksaufständen in Tunesien und Ägypten regt sich nun auch in Libyen Protest. In der Stadt Bengasi, wo viele Gegner von Staatschef Muammar al-Gaddafi leben, wurden bei Zusammenstößen zwischen Anti-Regierungs-Demonstranten, Polizisten und Gaddafi-Anhängern in der Nacht zum Mittwoch 14 Menschen verletzt. Das berichtete die Zeitung „Qurina“, die von Gaddafis Sohn Seif al-Islam gegründet worden war. Die Demonstranten wurden in dem Artikel als „Saboteure“ bezeichnet.

Im Internet wurden gleichzeitig Amateurvideos veröffentlicht, auf denen im Dunkeln Hunderte von Männern und Frauen zu sehen sind, die rufen: „Das Volk will den Sturz des Regimes und „Gaddafi, raus, raus!“. Aus regierungsnahen Kreisen hieß es, bei den Demonstranten habe es sich um „15 junge Menschen“ gehandelt.

Die oppositionelle libysche Internet-Zeitung „Libya Al-Youm“, die ihre Redaktion in London hat, schrieb, die Polizei habe Wasserwerfer eingesetzt, um die Demonstranten zu vertreiben. Es seien auch Steine geflogen, als sich Mitglieder der sogenannten Revolutionskomitees den Demonstranten entgegengestellt hätten.“

FR 16.2.2011

 

Auch n-tv berichtete fast wortgleich von den Protesten: Auch hier sind auf Amateurvideos „im Dunkeln hunderte von Männer und Frauen“ zu sehen.

 

„Mittwoch, 16. Februar 2011

Erste Unruhen in Libyen – Libyer rufen „Ghaddafi raus!“

Noch vor einem für Donnerstag angekündigten „Tag des Zorns“ in allen libyschen Städten gibt es erste Proteste und Unruhen auch in diesem arabischen Land. Die Polizei geht mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Hunderte Demonstranten in der Hafenstadt Bengasi vor.

Nach den Volksaufständen in Tunesien und Ägypten regt sich nun auch in Libyen Protest. In der Stadt Bengasi, wo viele Gegner von Staatschef Muammar al-Ghaddafi leben, wurden bei Zusammenstößen zwischen Anti-Regierungs-Demonstranten, Polizisten und Gaddafi-Anhängern 14 Menschen verletzt. Das berichtete die Zeitung „Qurina“, die von Gaddafis Sohn Seif al-Islam gegründet worden war. Die Demonstranten wurden in dem Artikel als „Saboteure“ bezeichnet.

Im Internet wurden gleichzeitig Amateurvideos veröffentlicht, auf denen im Dunkeln Hunderte von Männern und Frauen zu sehen sind, die rufen: „Das Volk will den Sturz des Regimes und „Gaddafi raus, raus!“. Aus regierungsnahen Kreisen hieß es, bei den Demonstranten habe es sich um „15 junge Menschen“ gehandelt.

Tränengas und Wasserwerfer

Die oppositionelle libysche Internet-Zeitung „Libya al-Youm“, die ihre Redaktion in London hat, schrieb, die Polizei habe Wasserwerfer eingesetzt, um die Demonstranten zu vertreiben. Es seien auch Steine geflogen, als sich Mitglieder der sogenannten Revolutionskomitees den Demonstranten entgegengestellt hätten. Auch der britische Rundfunksender BBC berichtete unter Berufung auf Augenzeugen von Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschossen.

Hintergrund des Protests war nach Angaben der Internet-Nachrichtenseite al-Manara die Festnahme eines Anwalts, dessen Freilassung die Demonstranten forderten. Der Internetseite Kurina zufolge wurde er auf Druck des Protests auf freien Fuß gesetzt, die Menge der Demonstranten wuchs aber dennoch immer weiter an. Die Demonstranten riefen demnach Parolen wie „Das Volk wird die Korruption beenden“ und „Bengasi wach auf, dies ist der Tag, auf den du gewartet hast“.

Nach der Auflösung der Demonstration versammelten sich in Benghasi, Tripolis und weiteren Städten hunderte Anhänger von Staatschef Gaddafi. Das libysche Fernsehen übertrug am frühen Morgen live, wie sie Fahnen und Fotos von Gaddafi schwenkten und den Revolutionsführer priesen.

Internet-Aufruf zum „Tag des Zorns“

Nach dem Vorbild anderer arabischer Staaten ist am Donnerstag in Libyen ein „Tag des Zorns“ geplant, zu dem über das Internet-Netzwerk Facebook aufgerufen wird. Der dort gegründeten Gruppe mit dem Titel „Revolte des 17. Februar 2011“ schlossen sich bis Mittwochnachmittag rund 9.600 Menschen an. Die Kundgebungen sollen an die Ereignisse des 17. Februar 2006 erinnern. Damals war eine Demonstration gegen die Mohammed-Karikaturen in Bengasi in eine Protestaktion gegen die libysche Führung ausgeartet. Es gab Tote und Verletzte.“[4]

 

Man kann davon ausgehen, dass keine konkreteren Nachrichten von Massendemonstrationen verbreitet wurden – weil es halt keine gab!

Die Weltpresse war gierig auf neue Nachrichten vom ´Arabischen Frühling´ und hatte ihre Leute auch in Libyen. Aber vor dem 17. Februar gab es eine Reihe von Verhaftungen und – höchstens -. „hunderte“ von Demonstranten und ausschließlich in Bengasi.

 

3)

Zu Ghoga:

Der Anwalt Ghoga, der in Ghaddafis Zelt war und diesen ´Tag des Zorns´ ausgerufen hatte, wurde nach dem militärischen Sieg der NATO Vizepräsident des ´Nationalen Übergangsrates´, dann:

 

Libyen: Vizepräsident des Übergangsrats tritt zurück

22.01.2012    (Die Presse)

 

Kritiker und Demonstranten warfen Abdel Hafes Ghoga vor, Teil der alten Führung von Muammar al-Gaddafi gewesen zu sein. Er verzichtet „im Interesse der Nation“ auf sein Amt.

 

[TRIPOLIS/BENGASI/ROM/AG] Knalleffekt in Libyen: Der Vizepräsident des Nationalen Übergangsrats hat sein Ausscheiden aus dem regierenden Gremium angekündigt. Er verzichte „im Interesse der Nation“ auf sein Amt, sagte Abdul Hafez Ghoga am Sonntag dem Fernsehsender „al-Jazeera“. Damit reagiere er auf „die jüngsten Ereignisse“.

Ghoga war vor Tagen in der Universität von Bengasi im Osten Libyens von wütenden Studenten angegriffen worden. Sie warfen ihm vor, Teil der alten Führung um Libyens früheren, mittlerweile getöteten Machthaber Muammar al-Gaddafi gewesen zu sein, und schalten ihn als „Opportunisten“.“

 

4)

Der 17. Februar – und die Tage danach

 

In dem Text: ´Die Libysche Opposition in Bengasi´ von Brigitte Queck und Dr. Falkenhagen ist folgendes zu lesen:

 

„In diesem Zusammenhang muss man sich vergegenwärtigen, wie die sog. Revolution in Libyen gelaufen ist. Im Unterschied zu Tunesien und Ägypten gab es da keine Demonstrationen unzufriedener, oder gar hungernder Volksmassen. Am Anfang der „Revolution vom 17. Februar“ standen, wie Berichte auch westlicher Zeitungen bestätigen, die Familien der 1.200 Opfer, die 1996 bei einer Gefängnisrevolte im Gefängnis Abu Salim nahe Tripolis sowie am 17. Februar 2006 bei einer Demonstration gegen das Gaddafi-Regime ums Leben kamen. (Das ist aufschlussreich insofern, als bei der Gefängnisrevolte damals überwiegend gemeine Kriminelle wie Mörder, Diebe und Räuber beteiligt waren, die ihre durch Gerichte verhängten Strafen verbüßten. Die genaue Zahl der Todesopfer bei der Niederschlagung dieser Gefängnisrevolte ebenso wie bei der mysteriösen Demonstration vom 17. Februar 2006 konnte nie verifiziert werden. Es gab in Libyen aber nicht nur „frustrierte Angehörige“ der oben genannten Gefängnismeuterer und Demonstranten, sondern eben auch zahlreiche eingeschleuste Agenten und auch Verräter, die jahrelang von den verschiedensten Geheimdiensten über CIA, Mossad, englischem Geheimdienst u.a. finanziert wurden Diese konnten sich offensichtlich zu Rebellengruppen formieren. Eigentliche Rebellen konnten aber nur in Bengasi und wenigen weiteren ostlibyschen Orten die lokale Macht ergreifen. Hätten die USA und NATO nicht militärisch eingegriffen, wären sie heute schon völlig entmachtet, denn sie hatten im Volk keinerlei nennenswerte Basis und Unterstützung. Sie standen zunächst im selbsternannten Nationalrat unter der Führung des früheren Justizministers der Sozialistischen Libysch-Arabischen Volks-Dschamahirija, Mustafa Abdel Jalil.“[5]

 

Für den 17. Februar 2011 wurde von der „Opposition um Abdul Hakim Ghoga“ ein ´Tag des Zorns´ ausgerufen. Dieser Tag gilt in der Presse allgemein als Beginn des Aufstands.

Es kam zu Demonstrationen in angeblich allen großen libyschen Städten. Dutzende Demonstranten sollen in den Tagen danach ums Leben gekommen sein.

Laut der arabischen, Ghaddafi-feindlichen Nachrichtenagentur Al-Jazeera gab es genau 13 Tote. Texte:

 

„Wie verschiedene im Ausland ansässige Internetseiten der Opposition berichteten, griffen die Unruhen auf weite Teile des Landes über. Lediglich in der Hauptstadt Tripolis blieb es zunächst ruhig.

Die Angaben über die Zahl der Toten liegen allerdings deutlich auseinander. Während die Zeitung Kuryna berichtete, in der Stadt Al-Baida, rund 1200 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis, seien zwei Menschen getötet worden, sprechen oppositionelle Kreise von mindestens sieben bis 13 Toten. Fünf seien ums Leben gekommen, als die Polizei in Al-Baida das Feuer auf Demonstranten eröffnete. Die Menschen steckten daraufhin die örtliche Polizeistation in Brand und zündeten zahlreiche Autos an. Als erste Reaktion auf die schweren Zwischenfälle entließ der Innenminister den in der Al-Dschabal Al-Achdar Provinz zuständigen Sicherheitschef.

In der Stadt Bengasi, wo es bereits am Dienstag (dem 15. Februar) zu schweren Ausschreitungen gekommen war, sollen mindestens zwei weitere Demonstranten getötet worden sein. Auch aus anderen libyschen Städten wurde gemeldet, die Polizei setze scharfe Munition ein. Angeblich sollen die Sicherheitskräfte aus Hubschraubern auf die Menge schießen. (…) Anders als in der Provinz blieb es in der Hauptstadt Tripolis bis zum Nachmittag ruhig. Geschäfte und Banken waren normal geöffnet. Lediglich einige hundert Regimeanhänger versammelten sich auf dem Grünen Platz im Zentrum und skandierten Parolen wie „Die Revolution geht weiter“ und „Wir verteidigen Gaddafi und die Revolution“.

FR 17.2.11

 

Annähernd ein Drittel der Bevölkerung Libyens lebt in Tripoli – und die einzige Kundgebung, die dort stattfindet, ist für Ghaddafi….

 

(19.2.2011)

“The number of people killed in three days of protests in Libya has risen to 84, according to the New York-based group Human Rights Watch.

The main focus of the demonstrations against Col Muammar Gaddafi’s 42-year rule has been the second city Benghazi, where security forces are said to have attacked protesters again on Saturday (19.2.11). On Friday (18.2.11), one hospital in the city reported 35 deaths. State media have warned of retaliation if the unrest continues.

Media restrictions make it difficult to verify reports independently but the BBC has confirmed that websites including Facebook and al-Jazeera Arabic were blocked.

Security forces opened fire in Benghazi on Friday when protesters approached a compound used by Col Gaddafi when he visits the city, which is about 1,000 km (600 miles) from the capital Tripoli, eyewitnesses say.

The city’s al-Jala hospital received the bodies of 35 people killed in the shooting, according to Human Rights Watch (HRW) and media reports.”[6]

 

„(New York, 20. Februar 2011) – In den letzten drei Tagen ist die Zahl der getöteten Demonstranten, über die von Krankenhauspersonal und anderen Quellen gegenüber Human Rights Watch berichtet worden waren, auf mindestens 173 gestiegen.

Berichte über den Einsatz scharfer Munition durch Sicherheitskräfte, einschließlich Maschinengewehrfeuer, gegen Protestierende am 19. Februar 2011 in der Nähe der Katiba in Bengasi, durch die Dutzende getötet und verletzt wurden, führten zu der ernsthaften Befürchtung, dass die Behörden ungerechtfertigt und gesetzeswidrig Gewalt anwenden. (…)

„In Libyen entfaltet sich eine mögliche Menschenrechtskatastrophe, während die Protestierenden nun bereits am dritten Tag tödlichem Gewehrfeuer und dem Tod trotzen“, so Sarah Leah Whitson, Direktorin der Abteilung Naher Osten und Nordafrika von Human Rights Watch. „Libyen versucht, eine Informationssperre durchzusetzen, doch ein Massaker kann nicht verborgen bleiben.“

Augenzeugen berichten gegenüber Human Rights Watch, dass am 20. Februar mindestens 10.000 Protestierende auf den Straßen von Bengasi waren, nach der Beerdigung von 84 Demonstranten, die tags zuvor erschossen worden waren.

Nach Angeben von Augenzeugen kam es am 19. Februar zum Einsatz von Gewalt, nachdem sich Tausende Protestierende versammelt hatten, um für 14 der Protestierende, die von Sicherheitskräften am Tag zuvor erschossen worden waren, zu beten. Ihnen folgten Tausende Demonstranten, und der Leichenzug bewegte sich von einem Platz vor dem Gericht von Bengasi zum Hawari-Friedhof. Dabei führte der Weg an der Katiba El Fadil Bu Omar vorbei, einem Gebäudekomplex, in dem sich eine Residenz von Muammar Ghaddafi befindet und der von Sicherheitskräften stark bewacht ist.

(…)

Ein Rechtsanwalt, der an den Protesten teilnahm, sagte gegen Human Rights Watch: „Ich konnte die Männer mit den gelben Baretten sehen, wie sie auf uns mit tödlichem Gewehrfeuer schossen, und Dutzende fielen zu Boden. Dies dauerte lange, und ich ging mit den Verletzten zu einem Krankenhaus.“ Später am Nachmittag sprach Human Rights Watch mit einem weiteren Demonstranten, der berichtete, dass er das Gebiet verlassen habe, da jeder der nahe der Katiba sei, erschossen werde. Am Abend waren immer noch Tausende Demonstranten vor dem Bengasi-Gericht.

Human Rights Watch sprach mit einem führenden Vertreter des Al Jalaa-Krankenhauses in Bengasi, der berichtete, dass ab 15 Uhr Tote gebracht und dass am Ende des Tages 23 Leichen gezählt worden waren. Am Morgen des 23. Februar war die Zahl der Toten, die in dem Krankenhaus eingeliefert worden waren, auf 70 gestiegen. Er sagte, dass die Toten und die meisten Verletzten am Kopf, Hals und der Schulter Schusswunden von vier mal vier Zentimetern aufwiesen. Vertreter des Hawari-Krankenhauses in Bengasi berichteten gegenüber Human Rights Watch von 14 Toten. Zudem wurde der Tod von mindestens einem Demonstranten am 19. Februar in Misrata bestätigt, so dass die Zahl der getöteten am 19. Februar insgesamt bei 85 Opfern lag. Human Rights Watch kommt auf insgesamt 173 Tote während der vier Tage des Protests.“

 

BBC beruft sich Vertreter der Human Rights Watch, die – offensichtlich vor Ort! – mit angeblichen Augenzeugen gesprochen haben.

Merkwürdig ist, warum keiner von Human Rights Watch auch nur in der Nähe der Kundgebungen war, an denen sich ja angeblich zigtausende beteilitgt haben.

Tatsächlich waren, wie es später in einem Text heißt, nicht Human Rights Watch und Amnesty International, sondern auch die großen Nachrichtenagenturen vor Ort – aber nicht dabei.

Zudem werden die stattgefundenen bewaffneten Überfälle der Ghaddafi-Gegner nicht im geringsten erwähnt. Man kann also davon ausgehen, dass die „Zeugen“ gegenüber Human Rights Watch diese Tatsache verheimlichten, um sich dem westlichen Publikum als ´Opfer´ darstellen zu können.

 

5)

Eine andere Version:

 

Human Rights Watch spricht erst von Verhaftungen und von der Polizei zusammengeknüppelten Demonstrationen (mit einigen hundert Personen!) – nach einer anderen Quelle war es eine Demonstration mit 60 Teilnehmern und dann von 173 bei Demonstrationen mit maximal 10.000 Teilnehmern von der Polizei umgebrachten Personen in den vier Tagen vom 17. zum 20. Februar. Es gibt auch eine andere Version der Ereignisse:

 

„Bereits am 15. Februar 2011 waren in Zintan und Al-Baida Polizeistationen in Brand gesetzt worden. Auch in den folgenden Tagen wurden vielerorts Revier- und andere öffentliche Gebäude niedergebrannt. In der Großstadt Al-Baida wurden am »Tag des Zorns« fünfzig als »Söldner« im Dienste von Staatschef Muammar Al-Ghaddafi bezeichnete Schwarzafrikaner exekutiert und in Bengasi zwei Polizisten gelyncht. Bewaffnete Islamisten stürmten schließlich in Derna ein Armeedepot und den daneben liegenden Hafen, nahmen eine größere Zahl von Soldaten und Zivilisten als Geiseln und drohten sie zu erschießen, falls die libysche Armee sich nicht aus der Stadt zurückziehe. Es waren diese Angriffe, gegen die die libyschen Sicherheitskräfte in der Folge mit Waffengewalt vorgingen.“[7]

 

„Schon am 18. Februar, am Tag nach den ersten Zusammenstößen, am sogenannten „Tag des Zorns“, wendeten auch diverse oppositionelle Kräfte massive Gewalt an. So wurden in Bengasi zwei Polizisten gelyncht (Xinhua, 19.2.) und in der Großstadt al-Baida fünfzig als Söldner bezeichnete Schwarzafrikaner exekutiert (Guardian, 18.2.). In mehreren Städten wurden Polizeistationen und Amtsstuben in Brand gesteckt. Bewaffnete Islamisten stürmten in Derna ein Armeedepot und den danebenliegenden Hafen, nahmen eine größere Zahl von Soldaten und Zivilisten als Geiseln und drohten, sie zu erschießen, falls die libysche Armee sich nicht aus der Stadt zurückziehe (AFP, 21.2.).“[8]

 

Auch in den beiden Jahren zuvor wurde am 17. Februar vom Angehörigenkomitee an die Gefängnisrevolte und die Demonstration von 2006 erinnert. Was war in diesem Jahr anders? Die von Anfang an einsetzende Gewalt von Seiten der „Rebellen“!

 

 

8)

Die Gewalt

 

Über die Kriegslügen der Massenmedien gegenüber Ghaddafi  berichten später, am 23.7.2011, Thomas C. Mountain für Information Clearing House (ICH) und Patrick Cockburn für The New Zealand Herald:

„Die Kriegslügen über Libyen sind schlimmer als die über den Irak[9]
Die Lügen, mit denen der NATO-Krieg gegen Libyen gerechtfertigt wird, übertreffen diejenigen, mit denen die Invasion des Irak gerechtfertigt wurde. Sowohl Amnesty International als auch Human Rights Watch hatten nach dem Aufstand im Osten Libyens monatelang jeweils einen ehrlichen Beobachter vor Ort – beide haben sämtliche Anschuldigungen widerlegt, mit denen NATO den Krieg gegen Libyen gerechtfertigt hat.
Laut der fließend Arabisch sprechenden Beobachterin von Amnesty International gibt es keinen bestätigten Fall von Vergewaltigung durch Kämpfer aus Gaddafis Lager, und es gibt auch keinen Arzt, dem so ein Fall bekannt war. Alle Geschichten über Massenvergewaltigungen mit Viagra sind erfunden.
Amnesty konnte keine einzige Geschichte von für Gaddafi kämpfenden „afrikanischen Söldnern” bestätigen, und die hochbrisanten Berichte von internationalen Satellitenfernsehsendern über die Vergewaltigung von Frauen durch afrikanische Söldner, mit denen die Bevölkerung Ostlibyens so in Panik versetzt wurde, dass sie aus ihren Häusern floh, waren erfunden.
Es gab keine bestätigten Berichte von Kampfhubschraubern, die Zivilisten angriffen und keine Kampfjets, die Leute bombardierten, was jegliche Rechtfertigung für die vom UN-un-Sicherheitsrat beschlossene Flugverbotszone, die als Vorwand für die NATO-Angriffe auf Libyen benutzt wurde, entwertet.
Nachdem die Ermittlerin von Amnesty International drei Monate vor Ort in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet verbracht hatte, konnte sie nur 110 Tote, zu denen Unterstützer von Gaddafi zählten, in Bengasi bestätigen.
Nur 110 Tote in Bengasi? Moment mal, uns hatte man erzählt, es seien dort Tausende, ja sogar Zehntausend, gestorben. Nein, nur 110 verloren ihr Leben, darunter Unterstützer der Regierung.
Keine Vergewaltigungen, keine afrikanischen Söldner, keine Kampfhubschrauber oder Kampfjets, und nur 110 Tote vor dem Beginn der Bombardierung durch NATO-Truppen – alles gründete auf einer Lüge.
Laut dem libyschen roten Halbmond wurden bisher mehr als 1.100 Zivilisten durch NATO-Bomben getötet, darunter über 400 Frauen und Kinder. Mehr als 6.000 libysche Zivilisten wurden durch die Bombardierung verletzt oder verwundet, viele sehr schwer.
Verglichen mit dem Krieg gegen den Irak sind diese Zahlen winzig, doch der Libyen-Krieg lässt sich überhaupt nicht begründen.
Saddam Hussein war böse, er überfiel seine Nachbarn in Kriegen, in denen bis zu einer Million Menschen getötet wurden. Er setzte Massenvernichtungswaffen in Form von Giftgas gegen seine Nachbarn und sein eigenes Volk ein, und tötete dabei Zehntausende. Er war brutal und korrupt und als amerikanische Panzer in den Irak rollten, weigerten sich das irakische Volk, für ihn zu kämpfen, legte einfach seine Waffen nieder und ging nach Hause.
Libyen unter General Gaddafi hat nie seine Nachbarn überfallen, Gaddafi hat nie Massenvernichtungswaffen gegen andere eingesetzt, geschweige denn sein eigenes Volk. Was Gaddafis Brutalität angeht: im Nachbarland Algerien führte das algerische Militär während der 1990-er Jahre einen Krieg gegen Aufständische, der etwa 200.000 Menschenleben gefordert hat. Das ist brutal und nichts annähernd vergleichbares ist in Libyen geschehen.
Westliche Marionetten wie Mubarak und Ben Ali in Ägypten und Tunesien hatten fast keine Unterstützung im eigenen Volk und fast niemand war bereit, für ihre Verteidigung zu kämpfen und zu sterben.
Die Mehrheit des libyschen Volkes steht hinter der libyschen Regierung und „dem Führer” Muammar Gaddafi. Mehr als eine Million Menschen demonstrierten am 1. Juli in der libyschen Hauptstadt Tripolis, um ihre Unterstützung zu zeigen. Tausende libysche Jugendliche kämpfen an der Front gegen die Rebellen und trotz Tausender NATO-Luftangriffe berichten authentische Journalisten vor Ort in Westlibyen, dass ihre Kampfmoral stark sei.“

 

Kurz gesagt, es gab keine Massaker an friedlichen Demonstranten, sondern es gab in erster Linie Kämpfe zwischen der Polizei und bewaffneten Gruppen, die im Zentrum der Auseinandersetzungen, in Bengasi, insgesamt 110 Tote auf beiden Seiten forderte.

 

9)

Wer ist die Opposition? – „Islamisten“, Stammesfürsten, Putschisten

 

Das Komitee der Angehörigen trat nach dem 17. Februar überhaupt nicht mehr in Erscheinung.

Der bewaffnete Kampf hatte ja schon längst begonnen.

Von wem wurde er geführt?

 

Die Kampfgruppen der Opposition bestehen zum größten Teil aus nichtausgebildeten zivilen Milizen, ehemaligen Angehörigen der libyschen Streitkräften und der gut ausgebildeten Libyschen Islamischen Kampfgruppe (LIFG). Die LIFG hat sich mit der Al-Kaida verbündet, welche von den USA in Afghanistan gegen die Sowjets in den 70iger Jahren aufgebaut und jetzt von den USA und der NATO als Werkzeug im Kampf gegen Gaddafi ausgenutzt wird.“[10]

 

„ Nach heutigen Erkenntnissen ist der libysche Zweig von Al-Kaida die Fortsetzung der Libyschen Islamischen Kampfgruppe, deren Zentrum die Städte Darnah und Benghasi sind. Die ethnische Basis der LIFG bildet allem Anschein nach der Gaddafi-feindliche Stamm der Harabi, dem neben der Mehrheit der Mitglieder des Rebellen-Rats auch die beiden Hauptanführer der Rebellion, Abdul Fattah Junis und Mustafa Abdul Jalil, angehören. Alles deutet demnach darauf hin, dass es in der Praxis Überlappungen zwischen der LIFG, der Elite des Harabi-Stammes und dem von Obama unterstützten Rebellen-Rat gibt.“[11]

 

Anzufügen ist, dass es sich bei Mustafa Abdul Jalil um den ehemaligen libyschen Justizminister handelt. Abdul Fattah Junis ist der ehemalige Innenminister!

 

„Interessant ist dabei die Rolle von Gaddafis ehemaligen Innenminister Abdulfattah Junis, der plötzlich in der Rebellenhochburg Bengasi auftauchte und nun seine Unterstützung für die zwischenzeitlich auf den Namen „Bewegung des 17. Februar“ getaufte Opposition erklärte. Inzwischen ist er als Generalsstabchef zuständig für die Kontakte mit den Alliierten westlichen Armeeführungen. Am 20. und 21. Februar ist der libysche Justizminister Mustafa Abdul Jalil und der Generalstaatsanwalt Abdul-Rahman al-Abbar dem Beispiel von Junis gefolgt. Bemerkenswert, dass die drei wichtigsten Funktionäre der staatlichen Repression im Polizeistaat Libyen scheinbar umstandslos zur bewaffneten Opposition übergelaufen sind und dort noch dazu höchste Posten eingenommen haben. Man sagt, dass Junis in seiner Funktion als Innenminister den Ausbruch der Unruhen in einer letzten Amtshandlung mit befördert haben könnte.

So wäre bereits am 17. Februar der Befehl vom Hauptquartier in Tripolis gekommen, die Polizeistationen zu verlassen, erklärte ein hochrangiger Polizist aus Tobruk „Wir wurden aufgefordert, unsere Uniformen auszuziehen und nach Hause zu gehen.“

In Bengasi hatte dann dieses Triumvirat Ende Februar einen sog. „Nationalrat“ gebildet, der inzwischen als wichtigster Ansprechpartner der westlichen Alliierten in Erscheinung tritt.“

 

Danach handelte es sich bei den Ereignissen eindeutig um einen simplen, mit dem Westen abgesprochenen Putsch von Ex-Vertrauten Ghaddafis. Das Komitee, das am 17. Februar seine alljährlichen Proteste organisierte, ist bereits in den folgenden Tagen nicht mehr gesehen worden.

 

“Am 20. Februar war Bengasi bereits weitgehend unter der Kontrolle bewaffneter Rebellen, am 24., eine Woche nach Beginn des Aufstands, wehte auch in den meisten anderen Städten der Cyrenaika die einstige Flagge der Monarchie.

Drei Tage später trat der sogenannte Nationale Übergangsrat in Erscheinung, und ein illustrer Kreis aus ehemaligen Regierungsmitgliedern, Exiloppositionellen und Islamistenführern nahm in enger Abstimmung mit Frankreich, Großbritannien und den USA das Heft in die Hand.„

 

Auf der World Socialist website vom 4.4.2011 heißt es unter Verweis auf das „Wallstreet Journal“ vom 2.4.2011:

 

So hätten drei libysche Rebellenführer von Bengasi mit Osama bin Laden in Afghanistan gekämpft und nähmen nun eine Führungsrolle der Rebellenfront im Norden Libyens ein.

Zwei dieser drei wären wegen Teilnahme an Al Quaida-Operationen von den USA in Gewahrsam genommen worden und hätten 6 Jahre in Guantanamo verbracht bis sie im Jahre 2007 auf das Gaddafi-Regime angesetzt wurden. Diese drei Rebellenführer sind: Abdel Hakim al-Hasady, der als einflussreicher Islam-Prediger und Hochschullehrer beschrieben wird, der fünf Jahre in einem Trainingscamp in Ostafghanistan verbracht habe und nun für die Rekrutierung, das Training und die Aufstellung von ca. 300 Rebellenkämpfern von Darna, einer Stadt in Ostlibyen zuständig sei. Salah al-Barrani, würde “als ehemaliger Kämpfer der Libyschen Islamischen Kampfgruppe (LIFG) Hasady’s Feldkommandeur sein. Sufyan Ben Qumu hätte “als libyscher Armeeveteran, der für Osama bin Laden’s agierende Kompanie in Sudan und später für eine mit Al Quaida verbundene Einheit in Afghanistan gekämpft” und der nunmehr das „Training für viele Stadtkämpfer übernommen habe.“[12]

 

Auch in seiner Rede vom 24. Februar 2011 sagte Gaddafi, die Revolte sei von al-Qaida inspiriert.

 

„Die extremistische Organisation Libysche Islamische Kampfgruppe führte ab Juni 1995 einen bewaffneten Aufstand im Osten des Landes durch. Nach Angaben eines ehemaligen Agenten des britischen Geheimdienstes soll der britische MI6 die Gruppe bei dem Attentatsversuch auf Gaddafi im Jahr 1996 unterstützt haben.“[13]

 

Scholl Latour beschreibt in einem Beitrag „Wer sind die Rebellen? “in „Bild“, am 22. März 2011:

 

„Das sind Leute einiger weniger Stämme in Ostlibyen nahe der ägyptischen Grenze, die mit der Regierung in Tripolis unzufrieden waren. Sie haben sehr unterschiedliche Interessen. Eine wichtige Rolle unter den Rebellen nimmt die islamische Senussi-Bruderschaft ein, die einst den gestürzten Konig Idris I. gestellt hat.

Die Senussi-Bruderschaft galt lange Zeit auch im Westen als Terrororganisation, die von Killerauftragsmorden lebt. Und ausgerechnet diese Rebellen werden von dem ehemaligen Innenminister Gaddafis, Junis, geführt, der aus dem an der libysch-ägyptischen Grenze sesshaften Stamm der Obeidat stammt. Die Sanussi-Bruderschaft ist eine antiwestlichen muslimischen Sekte. In Libyen ist die Senussi-Bruderschaft eng mit der Monarchie verbunden, da König Idris I., der 1951 von den Briten eingesetzte und 1969 von Gaddafi gestürzte Herrscher, auch Anführer des Senussi-Ordens war.“[14]

 

Dies würde erklären, warum auf so vielen Photos die „Rebellen“  die Fahne des libyschen Königreichs tragen!

 

Zu den „Rebellen“ selbst:

 

„Viele Staaten fliegen ihre Bürger aus dem Land aus – darunter auch 450 Deutsche, die am späten Abend am Frankfurter Flughafen erwartet wurden. Flüchtlinge an der libysch-ägyptischen und libysch-tunesischen Grenze berichten von Gemetzel. Bewaffnete hätten Checkpoints auf den Landstraßen errichtet und raubten alle Flüchtlinge bis auf die Kleider aus. „Wenn man aus Bengasi rausfährt, gibt es nur noch bewaffnete Banden und Jugendliche, die Straße ist extrem gefährlich“, sagte ein Augenzeuge.

(…) Mehr als 1000 chinesische Bauarbeiter mussten sich vor bewaffneten Plünderern in Sicherheit bringen, die ihre Containersiedlung gestürmt hatten.“

 

Frankfurter Rundschau 22.2.11

 

10)

Die Rolle der imperialistischen Mächte

 

„Das Tempo der Ereignisse legt nahe, dass ein solcher Aufstand schon seit längerer Zeit vorbereitet worden war und der »arabische Frühling« nun eine günstige Gelegenheit bot.“[15]

 

Der ´Tagesspiegel´ gab folgenden Überblick der Ereignisse:

 

15. – 19. 2. 2011:

Erste Proteste gegen Gaddafi in Bengasi und El Baida werden gewaltsam niedergeschlagen, sie dehnen sich aber schnell aus.

22. 2. 2011: Gaddafis Justizminister Mustafa Abdel Dschalil und Innenminister Abdel Fatah Junes schließen sich den Aufständischen an.

10. März 2011: Frankreich erkennt als erstes Land den Nationalen Übergangsrat der Rebellen an.

17. März 2011: Der UN-Sicherheitsrat erlaubt den Einsatz von militärischer Gewalt zum Schutz der Zivilbevölkerung.

19. März 2011: Eine Koalition unter Führung von Frankreich, Großbritannien und den USA beginnt mit Luftangriffen.[16]

 

Man kann noch hinzufügen:

 

– Ab dem 15. Februar gab es bewaffnete Angriffe auf Polizeistationen u. ä.

– Am 20. Februar war Bengasi bereits von „Rebellen“ besetzt worden.

– Ebenfalls am 20. Februar 2011 verurteilten die Vereinigten Staaten und die EU die angebliche staatliche Gewalt gegen die Demonstranten.

– Am 26. Februar verhängte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Resolution 1970 Sanktionen gegen das Regime Gaddafi.

– Am 28. Februar beschloss auch die EU Sanktionen. Diese umfassen unter anderem ein Waffenembargo sowie das Einfrieren von Vermögen der Herrscherfamilie und Einreisesperren.

 

„Bereits Ende Februar (!) hatte Premier David Cameron den Einsatz britischer Bodentruppen in Libyen und die Bewaffnung libyscher Aufständischer nicht ausgeschlossen. (…) Während am 21. März noch alle westlichen Staaten Wert darauf legten, dass die UNO-Resolution weder Bodentruppen noch Aktionen gegen Gaddafi erlaube, hatte der britische Verteidigungsminister Liam Fox gegenüber der BBC bereits erklärt, ein Angriff auf Gaddafi sei „eventuell eine Möglichkeit“! Zu diesem Zeitpunkt waren aber bereits britische Bodentruppen in Libyen im Einsatz! Schon am 4. März hätten sie sich in der Nähe von Bengasi aufgehalten und das Ganze flog nur auf, weil diese Gruppe „schwer bewaffneter Soldaten“ ausgerechnet durch Truppen der Aufständischen verhaftet worden waren. „Berliner Sicherheitskreise“ übermittelten dann, dass getarnte Teams des SAS und des SBS „bereits vor Wochen“ den Oppositionellen militärische Hilfe geleistet hätten. Bei den Briten habe es sich um 250 schwer bewaffnete Soldaten gehandelt, die bereits einen Monat vorher (also noch im Februar!!) in Libyen im Einsatz gewesen seien.“[17]

 

„Die Schnelligkeit, mit der der Aufstand eskalierte, mit der auch Frankreich, Großbritannien und die USA an der Seite der Rebellen intervenierten, legt nahe, dass die Vorbereitungen schon lange vor dem 17. Februar begannen. Auch andere Hinweise deuten darauf hin. So verabredeten beispielsweise Frankreich und Großbritannien im November letzten Jahres das gemeinsame Manöver „Südlicher Mistral“, bei dem die Luftwaffen beider Länder eine Diktatur in einem imaginären „Südland“ bekämpfen sollten. Geplanter Beginn der Übung war der 21. März 2011. Sie ging jedoch offensichtlich in die „Operation Morgendämmerung“ über – dem am 19. März von französischen Kampfjets eingeleiteten Luftkrieg gegen Libyen.“[18]
“Wie später auch in Syrien schürten westliche Medien und die arabischen Regierungssender Al-Dschasira und Al-Arabiya die Stimmung für eine Intervention, indem die Gewalt der Regierungskräfte massiv übertrieben und die der Aufständischen ausgeblendet wurde. Vorwürfe aus oppositionellen Kreisen wurden ungeprüft übernommen. Dies gipfelte in der von Al-Dschasira verbreiteten Meldung, die libysche Regierung würde aus Kampfflugzeugen und -hubschraubern auf friedliche Demonstranten feuern lassen. Obwohl es für die Behauptung – wie sowohl das Pentagon als auch die Bundesregierung einräumen – keinerlei Beweise gab, war sie Grundlage für die Forderung nach einer Flugverbotszone über Libyen und die Resolution des UN-Sicherheitsrates.

In keiner der bis dahin von Regierungskräften zurückeroberten Städte hatte es Massaker gegeben.“

“Großzügig war man in den Medien auch mit den Opferzahlen. Bald wurde schon von bis zu 6.000 Getöteten berichtet. Die FAZ gab am 10. März Schätzungen wieder, die von 1.000 Todesopfern ausgingen. Offensichtlich eine sehr grobe Angabe, denn auch noch drei Wochen später gab das britische Außenministerium exakt dieselbe Zahl an.“ [19]

 

Nur einen Monat nach Beginn der Proteste in Libyen begann der von den NATO-Mächten geführte Krieg.

 

Übrigens, bereits am 22.2.11 erschien in der kubanischen Zeitung ´Granma´ ein Kommentar Fidel Castros: Die USA wollen keinen Frieden in Libyen, im Gegenteil, der Einmarsch der Nato kann eine Frage von Stunden oder Tagen sein. Al-Jazeera meldete am gleichen Tag, also am 22. Februar (!), eine britische Fregatte sei bereits vor der libyschen Küste aufgetaucht, um britischen Staatsbürgern bei der Ausreise zu helfen.

 

Bis zu seinem vorläufigen (!) Ende im Oktober 2011 war die Zahl der Opfer des imperialistischen Angriffskrieges gegen Libyen auf über 50.000 Menschen angestiegen – bei nur sechseinhalb Millionen Einwohnern.

Am 11. März waren nach UN-Angaben seit Beginn des Volksaufstands mehr als 250.000 Menschen aus Libyen geflüchtet. Am 22. April 2011 waren nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon mehr als eine halbe Million Menschen aus Libyen geflohen – bei einer Bevölkerung von, wie gesagt, sechseinhalb Millionen Menschen.

 

„Nach knapp 7.500 Luftschlägen in den vergangenen fünf Monaten ist Gaddafis Armee ausgeblutet.„[20]

 

„Die Angriffe dienten zu keiner Zeit der Erzwingung eines Flugverbots. Kein Flugzeug der libyschen Luftwaffe war nach Verabschiedung der UN-Resolution in der Luft gewesen. Neben aller Art von militärischen Zielen wurden auch viele zivile Infrastruktureinrichtungen, wie z. B. Häfen oder Telefonanlagen bombardiert. In Tripolis wurde schon in den ersten Tagen eine Klinik getroffen. Mit Angriffsserien auf Bodentruppen der libyschen Armee versuchen die Kampfjets der NATO seither, den Aufständischen den Weg nach Westen freizuschießen.

735 Kampfeinsätze flog die Westallianz allein in den ersten 10 Tagen. In der Folge häuften sich die Meldungen über Opfer unter der Zivilbevölkerung. Der Vertreter des Vatikans in Tripolis hatte selbst bis Ende März schon 40 durch NATO-Bomben getötete Zivilisten gezählt, ein Arzt aus der Hafenstadt Misrata sprach von 160 Toten. Die Bombardierungen gingen nach dem Wechsel des Kommandos an die NATO unvermindert weiter. In den ersten beiden Wochen ordnete sie 2.337 Einsätze an. 950 davon waren Luftangriffe – das sind fast 70 pro Tag.“[21]

 

Von wem ging die Gewalt also aus? In erster Linie von den imperialistischen Armeen!

 

„Die Franzosen hätten plötzlich Großbritannien als Wortführer abgelöst und am 18. März zusammen mit den USA und Großbritannien den Luftangriffen auf Libyen begonnen.

Der Hintergrund war folgender: die Außenminister des Nationalrats, Mahmud Jibril und Ali al-Issawi, beide ehemals wichtige Figuren aus Gaddafis Regime, wären am 10. März im Elysee-Palast von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy empfangen worden. Am gleichem Tage hatte dann Frankreich überraschend und ohne Absprachen innerhalb der EU, den Nationalrat als legitime Vertretung der libyschen Rebellen anerkannt. Kurz danach hatten sich in Europa die wichtigsten Handelspartner Libyens für eine Koalition zusammengefunden: Großbritannien, Frankreich, Spanien, Niederlande und Italien, bzw. British Petroleum, Total, Repsol YPF, Shell und Eni.“[22]

 

11)

Die Zwei-Phasen-Theorie überzeugt einfach nicht:

 

Am 18. März begannen die NATO-Luftangriffe, britische Soldaten waren aber schon im Februar im Einsatz. Bewaffnete Angriffe von „Rebellen“ hatten am 15. Februar begonnen, wenige Tage später zeigten sich die libyschen Putschisten auch schon der Öffentlichkeit.

Wann war denn die Phase der Massenproteste, die „erste Phase“? Wenn es welche gab, dann wohl in den ersten zwei Wochen im Februar. In dieser Zeit ging es um die Vorbereitung des 17. Februar, an diesen Protesten waren aber (höchstens) ein paar hundert Personen beteiligt.

Danach – mit den Aktionen vom 17. Februar, von denen man wenig weiß – auch Human Rights Watch konzentriert sich, wie die meisten anderen Quellen, auf Berichte, die den 18. und 19. Februar betreffen – haben wir ein Konglomerat von westlichen Soldaten und Agenten, Ex-Ghadaffi-Ministern, -Diplomaten und -Militärs, sowie von den imperialistischen Ländern geförderte bewaffnete, „islamistische“  Gruppen und Stammesfürsten vor uns.

Dies wird auch offensichtlich an den Persönlichkeiten, die nach Ghaddafi an die Macht kamen. Sie waren von Anfang an dabei und hielten die Fäden in der Hand.

 

12)

Was das für Leute sind, die auf Ghaddafi folgten, darüber gibt es keinen Zweifel:

 

Der neue Führer der libyschen Rebellenarmee, Chalifa Hifter, verbrachte die letzten 20 Jahre in Virginia, wollte aber unbedingt vor dem heiligen Krieg gegen Gaddafi seiner Heimat Libyen zurückkehren.
Auch der neue Finanz- und Ölminister der Rebellen, Ali Tarhouni, ist seit 1978 in den USA, wo er sein Studium abschloss, seit 1985 als Professor an der Universität von Washington in Seattle tätig war und sich ausgerechnet jetzt in Bengasi einfand. Dort ist er jetzt für Wirtschaft, Finanzen und Öl zuständig. Auch Mahmoud Jibril, Premierminister der Rebellen, lebte bis vor kurzem in den USA und hatte dort Ökonomie und Politische Wissenschaften studiert.“

 

„Seit Ende des Bürgerkrieges wurden mehr als 6000 Menschen verhaftet, bisher ohne offizielle Anklage oder Aussicht auf einen Prozess. In den Internierungszentren der Stadt Misrata, die nicht dem Nationalen Übergangsrat, sondern der dortigen Revolutionsbrigade unterstehen, werden Gefangene gefoltert. Die Hilfsorganisation ´Ärzte ohne Grenzen´ stellte bei insgesamt 115 Gefangenen Verletzungen durch Folter fest. Die Folterverhöre, von denen einige tödlich verliefen, wurden vom militärischen Geheimdienst NASS geführt.“[23]

 

„Gewalt in Libyen

Schwarzafrikaner leiden unter Rachgier der Rebellen

 

Wer in Libyen dunkelhäutig ist, muss derzeit um sein Leben fürchten: Schwarzafrikaner stehen bei den Rebellen unter Generalverdacht – als Söldner Gaddafis. Dabei kamen viele nur als Gastarbeiter, nicht als Krieger. Jetzt werden sie als Kollaborateure in Gefängnissen zusammengepfercht, gefoltert oder massakriert. Dem Rassismus der Sieger sind sie hilflos ausgeliefert. (…)… sagte ein aus dem Kriegsgebiet im Osten Libyens geflohener türkischer Ölarbeiter der BBC: „Wir haben unsere Freunde aus dem Tschad zurückgelassen. Wir haben ihre toten Körper zurückgelassen. In unserer Firma arbeiteten 70 oder 80 Männer aus dem Tschad. Sie haben sie mit Baumsägen und Äxten getötet, sie haben sie angegriffen. Sie haben behauptet, sie würden Truppen für Gaddafi bereitstellen. Die Sudanesen, die Männer aus dem Tschad, sie wurden massakriert. Wir haben es selbst gesehen.“

(…)

Viele andere Schwarzafrikaner wurden in Bengasi, Adschdabia und anderen Orten im Osten Libyens in Internierungslager gebracht. Peter Bouckaert, Leiter der Kriseneinsätze der Hilfsorganisation Human Rights Watch (HRW), hat mit seinen Mitarbeitern einige dieser Lager besucht. „Wir waren im Osten Libyens und haben mit den schwarzafrikanischen Gefangenen gesprochen“, berichtete er. „Doch unter all den Menschen, die wir gesprochen haben, war kein einziger Söldner.“ Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) erklärte, dass die Berichte aus den ersten Kriegstagen falsch waren.“[24]

 

13)

Anmerkung zur Gewalt!

 

Dass wir uns nicht falsch verstehen: Wäre die Gewalt gegen das Ghaddafi-Regime von einer wirklich fortschrittlichen, demokratischen oder gar einer unter sozialistischer Führung stehenden, revolutionären Massenbewegung gekommen, hätte ich laut gejubelt.

Aber dies war– leider – nicht der Fall.

Es gibt zu wenig Informationen, um das „Komitee für den 17. Februar“ beurteilen zu können – auf jeden Fall hat es nach diesem 17. Februar 2011 keinerlei Rolle mehr gespielt. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass dieses Komitee mehr als ein paar hundert Personen mobilisieren konnte.

Der bewaffnete Kampf nach dem 17., nach anderen Quellen bereits ab dem 15. Februar, wurde von Leuten befehligt, die der Reaktion angehörten und mit diesem Komitee nichts zu tun hatten. Es gab keine Massenkundgebungen wie in Ägypten, sondern bewaffnete Aktionen, in erste Linie in Bengasi und Umgebung. Diese Aktionen wurden keineswegs von demokratischen Organisationen und Persönlichkeiten durchgeführt, sondern von der Reaktion.

Bei dieser Bewertung geht es nicht darum, ob es sich um sog. Islamisten handelte oder nicht. Deren Rolle ist immer im konkreten Fall zu betrachten. Hier handelte es sich– wie damals bei den afghanischen Kämpfern gegen die Sowjetunion – um Milizen der islamischen Reaktion und des Imperialismus.

Es ist nicht zu sehen, welche „fortschrittliche“  Rolle sie in Libyen gespielt hätten, im Gegenteil.

Dies wird auch ersichtlich an der Menschenrechtssituation unter dem Kommando dieser Banden:

 

14.10.2011

„Mit Fäusten, Stöcken, Gewehren, Gürteln und Kabeln geschlagen

Seit Ende August haben bewaffnete Milizen in Tripolis und al-Zawiya ungefähr 2.500 Personen festgenommen und inhaftiert. Fast immer geschah dies ohne Haftbefehl und meist ohne die Einbindung der Staatsanwaltschaft oder der Justizbehörden. Amnesty International befragte von August bis September 2011 etwa 300 inhaftierte Personen. Keiner der Personen wurde irgendeine Art von Haftbefehl vorgezeigt und viele von ihnen wurde gewissermaßen von Unbekannten von zu Hause entführt. Zwei Wärter aus unterschiedlichen Hafteinrichtungen gaben vor Amnesty International zu, Gefangene geschlagen zu haben, um „Geständnisse“ zu erzwingen.

Besonders bei Beginn der Haft scheinen die Gefangenen geschlagen und misshandelt worden zu sein. Ein 17-jähriger aus dem Tschad erzählte Amnesty, man habe ihn für einen Söldner gehalten und der Vergewaltigung beschuldigt. Bewaffnete Männer hätten ihn aus seinem Haus geholt, in eine Schule gebracht und ihn mit Fäusten, Stöcken, Gewehren, Gürteln und Kabeln geschlagen. „Die Schläge waren so schlimm, dass ich ihnen am Ende alles gesagt habe, was sie hören wollten. Ich sagte, ich hätte Frauen vergewaltigt und Libyer getötet.“

„Öffentlichen Bekundungen müssen Taten folgen“

Ein Drittel bis die Hälfte der Gefangenen stammen aus der Sub-Sahara-Region. Sie sind, ebenso wie dunkelhäutige Libyer, besonders gefährdet, Opfer von Willkürakten zu werden, da man sie verdächtigt, als bezahlte Söldner auf Seiten Gaddafis gekämpft zu haben.“

amnesty internationat

 

 

Ein aktueller Bericht ebenfalls auf der Grundlage von Angaben der Amnesty International:

 

“(…) die Gefangenen gaben an, gefoltert worden zu sein und zeigten Amnesty International ihre Wunden. Viele Häftlinge berichteten, dass sie, um der Folter zu entgehen, Vergewaltigungen, Morde und andere Verbrechen zugeben mussten, die sie nie begangen hatten. Seit dem 12 September 2011 sind mindestens 12 Personen, die von den Milizen eingesperrt worden waren, an den Folgen der Folter gestorben. Ihre Körper zeigten Blutergüsse, Verletzungen und einschnitte, bei einigen waren die Fingernägel herausgerissen worden. (…)

In einem Gefangenenlager in Misurata sah ein Delegierter von Amnesty International, wie die Milizen einige Häftlinge, die freigelassen werden sollten, schlugen und bedrohten. Ein festgehaltener alter Mann aus Tawargha versuchte sich zu schützen, kauerte sich an die Mauer und schrie, während er von einem Angehörigen der Milizen geschlagen, getreten und bedroht wurde. Der Milizionär sagte dann dem Delegierten von Amnesty International, dass „die Leute aus Tawargha nicht freigelassen werden, ehre bringen wir sie um“.

(Der Text geht so weiter, es geht um 65 Personen, deren Leichen man gefunden hat, umgebracht von den Milizen, von einem Video, das die Folter zeigt, usw.)

„Die Milizen aus Misurata haben die gesamte Bevölkerung von Tawargha, ungefähr 30.000 Menschen, vertrieben, deren Häuser geplündert und zerstört. Dies geschah, weil einige Leute aus Tawargha während des Konfliktes Verbrechen begangen haben sollen. Tausende von Menschen des Stammes Mashashya wurden aus Zintan, in den Bergen von Nafus, vertrieben.“

´Repubblica´, 16.2.2012 (eigene Übersetzung)

 

Noch einmal: Haben diese Banden irgendeinen fortschrittlichen Charakter? Diese Frage ist zynisch.

Es sind dieselben Banden, die – von den westlichen Imperialisten gesteuert – gegen Ghaddafi rebellierten und die nur durch den massiven Militärschlag der NATO-Länder an die Macht kommen konnten.

Welche Opposition es vorher gab – das war nach den Quellen, die zur Verfügung standen, nur das Komitee der Angehörigen der Opfer der Gefängnisrevolte und der Demo von 2006 und ein paar Intellektuelle wie Ghoga, der bald abserviert wurde.

Eine Massenbewegung? Nein. Es ging immer nur um (höchstens) hunderte von Personen.

Der 17. Februar – eine Massenbewegung? Nein. Die Demonstrationen in Bengasi brachten bis zum 20. Februar – in diesen vier Tagen, danach gab es anscheinend sowieso keine Demos mehr – nur einige tausend und am 20. Februar „mindestens 10.000“ Personen auf die Straße. Bengasi hat zwei Millionen Einwohner.

 

14)

Die Zerstörung des libyschen Staates

 

„Am 23. Januar 2012 wurde die Einnahme weiter Teile der Stadt Bani Walid durch „Gaddafi-Anhänger“ gemeldet. Als Auslöser des Aufstandes wurden vom Nationalen Übergangsrat angeblich angeordnete Festnahmen ehemaliger Gaddafi-Anhänger genannt. Tags drauf wurde dementiert, dass Bani Walid nun von Anhängern Gaddafis kontrolliert werde. Die Stadt habe lediglich ihre eigene lokale Regierung haben wollen. Man habe sich gegen Einmischungen aus der Hauptstadt gewehrt. Nach Konsultationen mit Stammesvertretern in Bani Wald hat Usama Dschuili, der Verteidigungsminister des Nationalen Übergangsrates, die lokale Regierung anerkannt[25].“

 

Darum ging es: die Zerschlagung des libyschen Nationalstaates!

Ein uraltes Prinzip der imperialen Machtausübung kommt heute wieder verstärkt zur Anwendung: die Zerstückelung der Staaten zur Verhinderung nennenswerter Opposition. Dies gilt für Jugoslawien, Serbien, Afghanistan, Irak, Somalia, Sudan – und Libyen.

Inzwischen ist es schon eine lange Reihe geworden.

Die Zersplitterung eines Landes – wie beispielsweise in Afghanistan deutlich zu sehen ist – dient nicht der Bevölkerung, wenn an die Stelle des Nationalstaates eine Reihe kleiner „Fürstentümer“ tritt (in Afghanistan z. B. der özbekische Teil des Landes im Norden unter der absoluten Herrschaft des war-lords Rashid Dostum), in denen Rechtlosigkeit und Tyrannei von Gnaden der Großmächte herrschen.

Nichts anderes ist in Libyen zu erwarten.

Der Erhalt des Nationalstaats ist für die sozialistische Bewegung also von Vorteil.

Dazu kommt ein weiteres Argument: War Ghaddafi wirklich nur ein libyscher Mubarak?

Unter Führung von Gaddafi hat Libyen den höchsten Lebensstandard in Afrika erreicht – dank der Rohstoffresourcen. 1951 zählte Libyen zu noch einem der ärmsten Länder der Welt. Gemäß der Weltbank betrug das Durchschnittskapitaleinkommen damals weniger als 50$ pro Jahr, also weniger als in Indien.

Die Fortschritte kann niemand verleugen: der Wohnungsbau, die  Bildung, die Gesundheitsfürsorge., usw – obwohl Libyen 9 Jahre unter den Wirtschaftssanktionen des Westens gelitten hat und auch hier die Weltwirtschaftskrise Spuren hinterlassen hat.

Vor der Massenflucht im Februar 2011 wurde die Anzahl der im Land beschäftigten Gastarbeiter auf etwa 1,7 Mio. geschätzt, was einem Viertel der Gesamtbevölkerung entsprach.

 

15)

Der Krieg in Libyen ist noch nicht zu Ende.

Die verbliebenen Truppen des ermordeten Ghaddafi kämpfen weiterhin für den Erhalt des libyschen Nationalstaats und gegen die imperialistischen Kolonisatoren und den ihnen verbündeten Stämmen, Clans und Banden. Wer von den „Rebellen“ guten Glaubens war und jetzt einsieht, dass er für die Imperialisten gekämpft hat, sollte sich logischerweise auf die Seite der Ghaddafi-Truppen stellen.

Zusammenfassung

1. Es gibt keine Hinweise auf eine demokratische Massenbewegung in Libyen, die mit der in Ägypten vergleichbar gewesen wäre.

2. Offensichtlich gab es von Anfang an bewaffnete Gruppen, die von Putschisten aus der libyschen Staatsführung gelenkt wurden. Die Gruppen hatten keinerlei fortschrittlichen Charakter, sondern waren Stammesführern, reaktionären Islamisten und war-lords unterstellt.

3. Von Anfang an hatten die imperialistischen Mächte, besonders Großbritannien, ihre Finger mit im Spiel – bis zur militärischen Intervention und dem Angriff auf Libyen, rund vier Wochen nach Beginn der angeblichen ´Rebellion´.

Anhang

 

Wer gegen Libyen Krieg führte

 

Süddeutsche Zeitung vom 19.3.2011

 

FRANKREICH verfügt über rund 100 Kampfflugzeuge, vorwiegend vom Typ Rafale und Mirage 2000, sowie AWACS-Flugzeuge zur Luftraumüberwachung. Zunächst kamen rund 20 Kampfflugzeuge zum Einsatz. Paris schickte zudem den Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ vom südfranzösischen Hafen Toulon auf den Weg vor Libyens Küste. Die Stützpunkte Solenzara auf Korsika und N’Djamena im Tschad können als Basis benutzt werden.

GROSSBRITANNIEN hat Kampfflugzeuge vom Typ Tornado und Eurofighter in die Nähe von Libyen, möglicherweise nach Zypern, verlegt. Dort sind auch AWACS-Maschinen stationiert. Zudem befinden sich die Fregatten „Westminster“ und „Cumberland“ im Mittelmeer. In Großbritannien gestartete Tornados feuerten am Samstag Marschflugkörper des Typs Storm Shadow auf Ziele in Libyen ab.

DIE USA haben auf dem Stützpunkt Sigonella auf Sizilien F-15- und F-16-Kampfflugzeuge stationiert. Der Helikopterträger „Bataan“ und zwei weitere Kriegsschiffe sollen am Mittwoch von den USA ins Mittelmeer aufbrechen, wo sie die Helikopterträger „Kearsarge“ und „Ponce“ ablösen sollen. Außerdem befinden sich derzeit die Zerstörer „Barry und „Stout“ im westlichen Mittelmeer. Beide haben Marschflugkörper vom Typ Tomahawk an Bord. Außerdem verfügt die US-Navy im Mittelmeer über drei U-Boote, die bei Operationen gegen Libyen eingesetzt werden sollen.

DIE NATO hat noch keine direkte Beteiligung zugesagt, Frankreich ist gegen einen Einsatz des Bündnisses. Es hat jedoch eine Reihe von Awacs-Flugzeugen rund um die Uhr zur Überwachung des Luftraums über Libyen im Einsatz. Außerdem entsandte die Nato kürzlich drei Marineschiffe in die Region und hat einen Verband von Minenjagdbooten in der Nähe.

ITALIEN hat die Nutzung von sieben Luftwaffenstützpunkten angeboten. Möglicherweise beteiligt sich das Land auch mit eigenen Einheiten der Luftwaffe und der Marine.

SPANIEN stellt vier F-18-Kampfjets, ein Flugzeug für die Luftbetankung, ein Marineüberwachungsflugzeug, eine Fregatte und ein U-Boot ab. Eine Beteiligung am Einsatz ist laut Verteidigungsministerium ab Sonntag vorgesehen.

KANADA hat die Beteiligung von sechs Jagdbombern des Typs CF-18 zugesagt. Außerdem befindet sich die Fregatte „Charlottetown“ in der Region.

DEUTSCHLAND will sich nicht direkt beteiligen. Kanzlerin Angela Merkel hat aber vorbehaltlich eines Bundestagsbeschlusses deutsche Awacs-Aufklärungsflüge über Afghanistan angeboten, um die anderen Staaten dort zu entlasten. Außerdem dürfen die US-Stützpunkte in Deutschland für den Einsatz benutzt werden.

DÄNEMARK entsandte vier F-16-Jagdflugzeuge, zwei Reservekampfjets und ein Transportflugzeug auf einen Stützpunkt auf Sizilien.

NORWEGEN will „binnen weniger Tage“ sechs F-16-Maschinen zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen bereitstellen.

BELGIEN hat eine Beteiligung von vier seiner sechs bei der Nato eingesetzten F-16-Jagdflugzeuge und den Einsatz eines Minenjagdboots angeboten.

DIE NIEDERLANDE wollen sich militärisch beteiligen, die Form ist aber noch offen.

GRIECHENLAND stellt Stützpunkte zur Verfügung.

KATAR hat eine nicht genauer benannte Beteiligung zugesagt.

DIE VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATE haben über einen UN-Diplomaten ebenfalls eine Teilnahme versprochen – doch wurde diese bisher nicht offiziell bestätigt.“

 

I

 

 


[1]         Das „Komitee für den 17. Februar“ hat in Wirklichkeit keine Rolle gespielt, die „Bewegung des 17. Februar“ scheint nur ein Phantom-Name zu sein.

[2]           Zit. auf der web-site der ´Internationalen Kommunistischen Strömung´, www. internationalism.org

[3]           human rights watch: www. hrw.org

[4]           wwww.n-tv.de

 

[5]              Die Lybische Opposition in Bengasi von Brigitte Queck und Dr. Falkenhagen, in: http://kritische-massen.over-blog.de/article-libyen-nicht-revolution-sondern-konterrevolution-71927791.html

[6]        http://www.bbc.co.uk

[7]         Jungewelt, 18.2.2012

[8]              zit. bei Joachim Guillard ´Der Krieg gegen Libyen und die Rekolonialisierung Afrikas´, 2. Mai 2011; Hintergrund.de

[9]              23.7.11http://www.informationclearinghouse.info/article28666.htm 23.7.11

[10]       Queck-Falkenhagen

[11]        Queck-Falkenhagen

[12]        „Wallstreet Journal“ vom 2.4.2011

[13]        wikipedia

[14]        „Bild“, am 22. März 2011

[15]        jungewelt, ebd.

[16]       tagesspiegel.de:

 

[17]        Queck-Falkenhagen

[18]             zit. bei Joachim Guillard ´Der Krieg gegen Libyen und die Rekolonialisierung Afrikas´, 2. Mai 2011; Hintergrund.de

[19]        jungewelt, ebd.

[20]       SZ 22.8.2011

[21]        zit. bei Joachim Guillard ´Der Krieg gegen Libyen und die Rekolonialisierung Afrikas´, 2. Mai 2011; Hintergrund.de

[22]        Malte Daniljuk „Der merkwürdige Aufstand“ in: Portal amerika21 vom 26.3.2011

[23]        wikipedia!

[24]       Süddeutsche Zeitung (SZ)  6.9.2011

 

[25]        wikipedia, 18.2.12

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