Rodrigo Duterte’s ‘Drogenkrieg’ und seine Auswirkungen auf die Philippinen

Um die Situation auf den Philippinen und die Vorgehensweise der dortigen Regierung zu verstehen, ist es nötig, kurz auf die soziale Situation des Landes einzugehen. Das Inselarchipel mit seinen ca. 101 Mio. Einwohnern ist ethnisch höchst unterschiedlich strukturiert, was seitens der Kolonialmächte zu einer schweren Kontrollierbarkeit der Bevölkerung führte. Die Spanier und später auch die Amerikaner verließen sich daher auf die Ernennung lokaler Bürgermeister welche wiederum regionale Eliten ausbildeten und eine wichtige Rolle bei der Durchdringung ausländischen Kapitals einnahmen. Diese Lokalherrscher verfügen auch heute noch über eigene Armeen und Söldnertruppen und setzten diese bei Bedarf gegen die Bevölkerung ein. Zwar trat im Laufe des 20. Jahrhunderts eine Modernisierung und Kapitalisierung des klassischen Landbesitzers ein, die Klan-Strukturen wurden dabei aber beibehalten. Dieses Landbesitzersystem garantiert heute bestimmten, auf die USA fixierten Klans, ihre Stellung innerhalb der philippinischen Kompradorenbourgeoisie.

Seit dem Ende der 1960er Jahre hinterfragen die CPP (Communist Party of the Philippines) und die NPA (New People’s Army) diese Strukturen und führen einen Volkskrieg, dessen Ziel eine nationaldemokratische Revolution ist. Weiterlesen

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Krise vorbei? Welt-BIP steigt?

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Zur Aussagekraft des Welt-BIP für die Beurteilung der Frage, ob das kapitalistische Wirtschaftssystems die Krise überwunden hat oder nicht

 

Die vorletzte Wirtschafts- und Finanzkrise war 2000-2002. Es folgte ein neuer Aufschwung samt einer fulminanten „Überhitzung“ und einer neuerlichen enormen Spekulationsblase (diesmal ausgehend vom US-Immobiliensektor) und prompt folgte 2008/2009 der nächste Krach. Auf diesen Krach folgte anders als beim letzten Mal aber kein neuer Aufschwung. Es folgte stattdessen zwar 2010 und 2011 ein kurzes Aufflackern an „Erholung“, aber das brach rasch wieder zusammen. Es folgte im Gegenteil eine lange Periode der Stagnation, immer wieder „Hoffnungsschimmer“ und irgendwelche Prognosen, aber kaum noch ein nennenswertes Wachstum. Grund dafür war (und ist bis heute), dass mit allen staatlichen und Zentralbankmitteln daran gearbeitet wurde, die Krisenwirkungen zu dämpfen, zu beschränken, zu kompensieren. So kam es nicht zu der eigentlich „notwendigen“ Kapitalvernichtung und so dümpelt die Wirtschaft der entwickelten kapitalistischen Länder seit fast einem Jahrzehnt dahin.

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